Hisbollah-Führer sieht in Syrien keine Lösung ohne Assad

7. Juni 2014, 08:24
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Nasrallah: Legitimität des Präsidenten durch Wahl gestärkt - Regime lässt Hunderte Gefangene frei

Beirut/Damaskus - Ein Ende des syrischen Bürgerkriegs ist nach Ansicht von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah nur mit dem wiedergewählten syrischen Präsidenten Bashar al-Assad möglich. "Die Wahlen haben bewiesen, dass eine politische Lösung in Syrien mit Präsident Bashar al-Assad beginnt und endet", sagte Nasrallah am Freitag in einer Fernsehansprache.

Die libanesische Hisbollah-Miliz ist ein enger und wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers. Die Forderung der Exil-Opposition nach einem Rücktritt Assads als Bedingung für Verhandlungen wies Nasrallah zurück.

"Da ist ein Präsident, der von Millionen für eine weitere siebenjährige Amtszeit gewählt worden ist", sagte der Anführer der schiitischen Bewegung, die mit tausenden Kämpfer an der Seite der Regierungstruppen in Syrien kämpft. Nasrallah rief die Rebellen auf, "sich hin zu Versöhnung und Dialog zu bewegen und nach einem politischen Ausweg zu suchen, um das Blutvergießen zu stoppen". Alle sollten begreifen, dass der Krieg in Syrien nicht dazu führen werde, dass andere die Kontrolle übernehmen.

Hunderte Gefangene freigelassen

Unterdessen hat das syrische Regime anlässlich der Wiederwahl von Bashar al-Assad in dieser Woche laut Aktivisten eine Amnestie verkündet und Hunderte Gefangene freigelassen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Freitagabend, dass 320 Häftlinge nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Mittwoch aus dem Zentralgefängnis von Aleppo freigelassen worden seien.

Weitere 480 Gefangene sollten demnach aus dem Adra-Gefängnis bei Damaskus freikommen. Laut der oppositionsnahen Organisation, deren Angaben schwer überprüfbar sind, wurden am Freitag bereits mehrere Dutzend Häftlinge aus Adra entlassen.

Assad war am Dienstag offiziellen Ergebnissen zufolge mit fast 90 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Die Opposition bezeichnete die Wahl, an der ein Großteil der Bevölkerung wegen der Kämpfe nicht teilnehmen konnten und zu der neben Assad nur zwei weitgehend unbekannte Kandidaten antraten, als eine "Farce". Auch im Westen traf die Abstimmung auf scharfe Kritik. Russlands Präsident Wladimir Putin sowie Nordkorea gratulierten dagegen Assad, wie die syrische Nachrichtenagentur Sana am Freitag meldete. (APA, 6.6.2014)

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