Karmasin will keine Uni-Ausbildung für Kindergartenpädagogen

6. Juni 2014, 17:51
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Familienministerin hält Hochschulniveau für nicht notwendig

Wien - Die Formulierkunst der Familienministerin kommt ein wenig mit der Holzhammermethode. Gab Sophie Karmasin doch der Wochenzeitung "Die Furche" Einblick in ihr Verständnis von einer qualitativ hochwertigen Ausbildung für Kindergartenpädagoginnen. Gefragt, ob sie für eine Akademisierung des Berufes sei, erklärt sie dort: "Wenn wir nur noch Akademiker in Kindergärten beschäftigen würden, dann wäre das System nicht aufrechtzuerhalten (...)." Zudem hält sie eine Ausbildung auf Hochschulniveau auch "nicht für notwendig", und sie fragt sich: "Müssen wir jetzt auch akademische Tischler haben?"

Heide Lex-Nalis vom Verein Educare will jetzt wissen: "Ist das Regierungsprogramm nicht ernst zu nehmen?" Nichts anderes als der Ausbau des Fort- und Weiterbildungsangebotes im Bereich der Elementarpädagogik, das in ein Ausbildungsangebot übergehen soll, stehe da nämlich drin. Außerdem fragt sie die Ministerin: "Gehen Sie tatsächlich davon aus, dass alle 27 europäischen Staaten, die ihre Kindergartenpädagoginnen auf tertiärem Niveau ausbilden, falschliegen?" Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wiederum stößt sich an Karmasins Vorschlag, das Einkommen von Müttern ab drei Kindern steuerfrei zu stellen. (riss, DER STANDARD, 7.6.2014)

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