Piraten wollen in Vorarlberger Landtag einziehen

6. Juni 2014, 15:07
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Spitzenkandidat ist Friedrich Gsellmann 

Bregenz - Die Vorarlberger Piratenpartei will bei der Landtagswahl 2014 antreten. Bei der ordentlichen Jahreshauptversammlung in Bregenz wurden kürzlich drei Kandidaten nominiert, Spitzenkandidat soll der 50-jährige Bregenzer Friedrich Gsellmann werden.

Der bei den ÖBB beschäftigte Gsellmann wird für den Bezirk Bregenz antreten. Als Listenzweiter und Kandidat im Bezirk Dornbirn wirbt Gerhard Diem um Wähler. Der Pensionist Dietmar Geiger wurde für die Bezirke Feldkirch und Bludenz nominiert. Bei den drei handle es sich um den Landesvorstand, andere Bewerber habe es nicht gegeben, hieß es. Gsellmann bedauerte vor allem, dass sich keine Frau zur Verfügung stellen wollte. Das erklärte Ziel sei der Einzug in den Landtag, in erster Linie wolle man aber die Ideen der Piraten bekannter machen.

"Zu viel Geheimhaltung"

"Wir stehen für einen wahrhaftigeren Demokratiegedanken. Wir wollen in den Landtag, um dort an Informationen zu kommen, die wir an die Bevölkerung weitergeben. In der Politik gibt es zu viel Geheimhaltung", sagte Gsellmann. Die Information und Mitbestimmung des Bürgers funktioniere nicht mehr. Man sei darum für transparentere Prozesse, für freien Zugang zu Wissen und mehr Einbindung des Bürgers. Das würde auch das Vertrauen in die Institutionen des Staates erhöhen. "Derzeit wenden sich die Bürger ab. Übrig bleiben die Lobbyisten, die mit Geld ihre Anliegen durchsetzen." Man stelle sich gegen die zunehmende Überwachung und einen überbordenden Kapitalismus, so Gsellmann.

25 Mitglieder

Für ein landesweites Antreten zur Wahl benötigen die Piraten aber bis Anfang August noch hundert Unterstützungserklärungen pro Wahlbezirk, also insgesamt 400. Man sei zuversichtlich, das erreichen zu können. Die Vorarlberger Piraten haben laut dem Landesvorstand rund 25 Mitglieder. "2012 hatten wir 90. Da gab's einen Hype. Übrig blieben die, die an uns glauben", sagte Gsellmann.

Andere Kleinparteien, die sich 2009 zur Wahl in Vorarlberg stellten, überlegen noch, ob sie neuerlich antreten sollen. Dazu zählen etwa Bernhard Amann von "VAU heute", Adnan Dincer von der migrantisch geprägten "Neuen Bewegung für die Zukunft" (NBZ) und Yogy Wolfmayer von den "Buntkarierten", die sich vor fünf Jahren mit der KPÖ und Behindertenvertretern zur Liste "Gsiberger" zusammenschlossen. Die "Gsiberger" verpassten mit 1,74 Prozent den Einzug in den Landtag, dafür sind fünf Prozent der Stimmen nötig. (APA, 6.6.2014)

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