Netzneutralität kein Thema: Musikangebot von "3" und Spotify gestartet

6. Juni 2014, 12:50
216 Postings

Musikdienst um 9,99 Euro monatlich mobil nutzbar, anfallendes Datenvolumen wird nicht verrechnet

Ein "anderes Musikangebot" verspricht der heimische Mobilfunkanbieter "3" (Hutchison), der ab sofort mit dem Musikstreamingdienst Spotify kooperiert. "3"-Kunden können Songs zum monatlichen Fixpreis von 9,99 Euro am Handy hören, ohne dass zusätzliche Gebühren für den Datenverbrauch anfallen. Bei Neuanmeldung zu allen "Hallo Plus"-Tarifen ist das neue Zusatzpaket die ersten sechs Monate kostenlos verfügbar. Damit schließe man "eine Lücke in unserem Portfolio", sagte "3"-Marketingchef Rudolf Schrefl.

"Musikstreaming ohne Datenverbrauch"

Die Kooperation komme "nicht von ungefähr", so Schrefl bei der Präsentation am Freitagvormittag in Wien. "Sie passt zu unserem Motto 'Es geht auch anders'." Die Kunden sollen durch den einfachen Zugang zu Spotify "höchsten Musikgenuss mit höchstem Komfort" verbinden können. "Wir haben hier eine optimale Kombination gefunden." Zentral sei dabei, dass das übrige Datenvolumen von diesem Zusatzpaket nicht betroffen sei, es sich also um "Musikstreaming ohne Datenverbrauch" handle.

Bestehende Kunden können auf einer Website den Dienst aktivieren, abgerechnet wird dann über die monatliche Mobilfunkrechnung. Eine Bindung ist nicht vorgesehen, das Spotify-Paket kann unter Einhaltung einer fünftägigen Kündigungsfrist zum Ende jedes Rechnungsmonats beendet werden.

"Wir rechnen nicht mit Bröseln"

Das Prinzip der Netzneutralität, nach dem Datenpakete gleich behandelt werden müssen, sieht Schrefl von dem Angebot nicht betroffen. "Das ist hier kein Thema." Der Spotify-Dienst werde keine gesonderte Behandlung durch "3" erfahren oder schneller übermittelt werden. "In diese Richtung ist nichts implementiert und auch nichts geplant." Zudem könnten Kunden weiterhin andere Streamingdienste nutzen, Beschwerden von Nutzern kann er sich dementsprechend nicht vorstellen: "Wir rechnen nicht mit Bröseln."

"Telekommunikationsanbieter als Partner spielen wesentliche Rolle"

Von der Kooperation profitieren will natürlich auch Spotify, ist doch gerade die mobile Nutzung der derzeit größte Wachstumsmarkt, wie Stefan Zilich, Managing Director von Spotify Deutschland, Österreich und der Schweiz, erklärte. "Hier spielen für uns Telekommunikationsanbieter als Partner eine wesentliche Rolle." Das Unternehmen hat in 25 Ländern bereits derartige Verträge abgeschlossen.

Aktuell zähle der Musikdienst 40 Millionen Nutzer in 57 Ländern, genauere Zahlen zu einzelnen Ländern - und damit auch zu Österreich - wurden neuerlich nicht genannt. Seit dem Start von Spotify im Herbst 2008 seien mehr als eine Milliarde Dollar an die Musikindustrie ausgeschüttet worden, so Zilich. Bei den Einnahmen setzt man auf ein Freemium-Modell: Neben dem werbefinanzierten Gratiszugang können Premiumnutzer um 9,99 Euro monatlich die gut 20 Millionen Songs werbefrei sowie in bessere Qualität streamen. Zudem sorge Spotify für einen Rückgang an illegalen Downloads, so Zilich. (APA/red, 6.6.2014)

Links

3

Spotify

  • Bei der Vorstellung des Angebots spielte Kaiser Franz Josef auf.
    foto: sum

    Bei der Vorstellung des Angebots spielte Kaiser Franz Josef auf.

Share if you care.