Parallac: Entwickler baut Supercomputer für den Schreibtisch

6. Juni 2014, 11:19
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208 GFLOPs für 2.500 Dollar – inspiriert von Cray-1

Der Entwickler Brian Guarraci hat ein ungewöhnliches Vorhaben in die Tat umgesetzt und sich einen Supercomputer auf den Schreibtisch gestellt. 2.500 Dollar kostete ihn die Konstruktion, die in einem röhrenförmigen Gehäuse steckt, das 40 Zentimeter in die Luft ragt.

Anlehnung an Cray-1

Inspiriert ist die Ästhetik von Cray-1, einem zimmerhohen Superrechner aus der Mitte der 1970er-Jahre. Die erstmals am Los Alamos National Laboratory in Betrieb genommene Rechenmaschine, die es auf eine Rechenleistung von 133 MFLOPS (Millionen Gleitkomma-Operationen pro Sekunde), kostete damals allerdings fast neun Millionen Dollar.

208 GFLOPs

In Guarracis "Parallac" stecken acht Parallela-Boards an einem Netzwerk-Switch. Auf jeder Platine findet sich eine 16-kernige "Epiphany-III"-CPU. Für Speicherung und Kontrolle des Systems zeichnen zwei NUCs von Intel verantwortlich, auf welchen die Linux-Distribution Ubuntu in der Server-Version läuft, verrät er in einem Blogeintrag auf Parallela.

Insgesamt bringt es der Computer auf maximal 208 GFLOPs.. Das Niveau aktueller, aber wesentlich größererer, Superrechner, die samt und sonders bereits in TFLOP-Sphären verkehren, erreicht er damit nicht. Im Vergleich liefert Parallac allerdings ungefähr das Niveau des Hitachi-Supercomputers SR2201/1024 aus 1996. Der Stromverbrauch von Guaraccis Eigenbau-Computer liegt im Schnitt bei 120 Watt.

Forschungen

Einen konkreten Einsatzzweck hat der Tüftler für Parallac noch nicht gefunden. Er hat vor, auf dem Gerät unter anderem Forschungen im Bereich des Maschinenlernen zu betreiben. Fortschritte will er auf einer eigenen Website dokumentieren. (red, derStandard.at, 06.06.2014)

  • 2.500 Dollar kostete die Zusammenstellung von "Parallac".
    foto: brian guarraci

    2.500 Dollar kostete die Zusammenstellung von "Parallac".

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