Damit der Business-Smalltalk gelingt

9. Juni 2014, 18:02
7 Postings

Auch harmlose Plauderei kann fürs Business wichtig sein 

Im anspruchsvollen Business-Smalltalk geht es darum, ausgewählte persönliche Einblicke zu gewähren und am eigenen Rufmanagement zu arbeiten. Informationen, die auf keiner Visitenkarte stehen, sind gefragt. Der Grat zwischen faden Daten aus dem Lebenslauf, Prahlhans-Orgien und Themenverfehlungen ist schmal.

Klar ist: Smalltalk kann zu Big Business führen! Die scheinbar harmlose Plauderei, bei der „süße Momente“ geschenkt werden, ist wichtig. - Auch um den ersten Eindruck, den sich den Gesprächspartner längst gemacht hat - im optimalen Fall -, noch einmal zu bestätigen. Falls Sie nach den ersten Sekunden in Ungnade gefallen sind, haben Sie spätestens jetzt die letzte Gelegenheit, durch charmante Gesprächsführung das Bild sanft zu revidieren.

Wichtige Beziehungspflege

Was unterscheidet Smalltalk von Business-Smalltalk? Gekonnter Smalltalk ist für die Beziehungspflege unschätzbar. Über sportliche Aktivitäten oder Familienthemen zu plaudern ist für die große Kunst des kleinen Gespräches sicherlich geeignet. Für den Business-Smalltalk reichen diese Gesprächsinhalte jedoch nicht aus. Das professionelle Ambiente verlangt gefilterte Informationen. Eheprobleme, parteipolitische Überzeugungen oder Vernaderung anderer eignen sich im Geschäftsleben noch weniger als beim Feuerwehrfest.

Stattdessen lässt es sich herrlich über den Anlass, die Location, Referentenbeiträge und aktuelle Nachrichten parlieren. Wer einsilbige Antworten gibt oder investigative Fragen stellt, erhöht seinen Eigenmarkenwert sicher nicht. Versuchen Sie nicht nur Visitenkarten und Stehsätze à la „Wir bleiben in Kontakt“ auszutauschen. Verabreden Sie sich beispielsweise auf Xing oder senden Sie zum Gesprächsinhalt einen interessanten Link nach!

Keine versteckte Keilerei

Serviceorientierte Menschen wirken immer sympathisch, solange die Freundlichkeit keine versteckte Keilerei ist. Niemand will nach einem netten Businesstalk ungefragt im Newsletterverteiler des Gesprächspartners landen. Sprechen Sie lieber über Ihre Ansichten zur Branche, nicht nur über Offensichtliches. Worin sind Sie Experte? Haben Sie Mut zu eigenen Prognosen! Wohin entwickelt sich der Markt spürbar? Wer sind die Branchentrendsetter von morgen? Die Demarkationslinien der Hierarchie weder nach oben noch nach unten zu verletzen ist Voraussetzung.

Fazit: Holprigkeit im Business-Smalltalk ist in gewissen Positionen schlicht peinlich. Gerade Führungskräfte sollen beim Kundenevent netzwerken können und sich auf den unterschiedlichen Parketten so zurechtfinden, dass sie das Gesicht behalten, eine gute Figur machen und dabei auch noch interessante Informationen bieten. (Tatjana Lackner, Der Standard, 7./8.6.2014)

  • TATJANA LACKNER ist Gründerin der Schule des Sprechens. Aktuelles Buch: „Die Kommunikationsgesellschaft - Lackners Labor“, Austrian Standards plus.
    foto: ho

    TATJANA LACKNER ist Gründerin der Schule des Sprechens. Aktuelles Buch: „Die Kommunikationsgesellschaft - Lackners Labor“, Austrian Standards plus.

Share if you care.