GM feuert Mitarbeiter nach Zündschloss-Debakel

6. Juni 2014, 09:26
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Nach der größten Rückrufaktion der Konzerngeschichte mit etlichen Todesopfern sucht der US-Autobauer nach den Verantworlichen

Detroit - 230 einzelne Rückrufe musste General Motors (GM) dieses Jahr bereits starten, weltweit sind derzeit 15,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. Darüberhinaus wird der Autobauer von technischen Problemen seiner Vergangenheit verfolgt:  Jahrelang ignorierte die Opel-Mutter Probleme mit Zündschlössern. Bei dem Defekt hatten sich Motor und elektrische Systeme wie Airbags auch bei hohem Tempo unvermittelt abschalten können. Nach offiziellen Angaben kamen dadurch 13 Menschen ums Leben, Verbraucherschützer sprechen allerdings von bis zu 300 Todesopfern.

Konzernchefin Mary Barra versucht nun den Befreiungsschlag:  Zum wiederholten Mal seit ihrem Amtsantritt entschuldigte sie sich bei den Hinterbliebenen der Opfer, fand dieses Mal aber besonders deutliche Worte: In ihrer direkt an 220.000 GM-Mitarbeiter weltweit übertragenen Rede prangerte sie "Inkompetenz und Nachlässigkeit" innerhalb des größten US-Autobauers als Ursache der folgenschweren Panne an. Nein, das Management habe die Probleme nicht vertuscht.

"15 Mitarbeiter, die sich falsch verhalten haben, sind nicht länger im Unternehmen", so Barra bei der Vorstellung eines internen Berichts über das Debakel weiter. Sie hätten falsche Entscheidungen getroffen oder nichts getan, obwohl sie von Problemen gewusst hätten. Fünf weitere Mitarbeiter hätten disziplinarische Konsequenzen zu spüren bekommen. Den Opfern versprach sie Entschädigungen, ohne jedoch eine Summe oder andere Details zu nennen.

Durch den Bericht wurde auch Barra selbst entlastet, die seit drei Jahrzehnten im Unternehmen ist und in dieser Zeit zahlreiche Führungsposten unter anderem in der Entwicklung bekleidete, bevor sie Anfang des Jahres zur Konzernchefin berufen wurde.

Erste Berichte über die Probleme reichen noch in die Entwicklungszeit der Modelle bis 2001 zurück. General Motors startete die Rückrufe jedoch erst Anfang des Jahres, kurz nachdem Barra ins Amt kam. Weltweit sind mittlerweile 2,6 Millionen Wagen betroffen, der überwiegende Teil davon in den USA, einige Tausend Roadster Opel GT aber auch in Europa.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hatte GM wegen des späten Rückrufs eine Strafe von 35 Millionen Dollar aufgebrummt. (APA, red, derStandard.at, 6.6.2014)

  • GM-Konzernchefin Mary Barra meint, die Verantwortlichen für die schweren Mängel bei den Zündschlösser gefunden zu haben.
    foto: reuters/john f. martin

    GM-Konzernchefin Mary Barra meint, die Verantwortlichen für die schweren Mängel bei den Zündschlösser gefunden zu haben.

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