Viele Online-Händler achten nicht genug auf Datenschutz

5. Juni 2014, 15:26
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Zahlreiche Erpressungen oder Datendiebstähle

Viele Online-Händler schützen einer neuen Studie zufolge die Daten ihrer Kunden noch immer nicht ausreichend. Ein Drittel der befragten Unternehmen (32,7 Prozent) machte bereits Erfahrungen mit Erpressung, Datendiebstahl oder gehackten Internet-Shops, wie eine am Donnerstag vom Institut ibi research an der Universität Regensburg veröffentlichte Untersuchung ergab.

Die Online-Händler setzen demnach verstärkt auf Gütesiegel. Die Experten kritisieren jedoch, dass Mitarbeiter nicht genügend eingebunden werden. Bereits 18,8 Prozent der Online-Händler wurden der Studie zufolge erpresst, 19 Prozent wurden sensible Daten entwendet und von 19,7 Prozent der Unternehmen wurden die Online-Shops gehackt. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein, vermutete das Forschungsinstitut. Insbesondere beim Datendiebstahl müsse davon ausgegangen werden, dass viele Händler gar nicht bemerkten, dass ihnen wichtige Daten entwendet worden seien.

Gütesiegel

Viele Händler setzen nun auf Gütesiegel. Bereits 41,3 Prozent der Unternehmen verwenden ein solches Siegel, weitere 35,2 Prozent der Händler planen eine Zertifizierung. Allerdings bestehen nur in gut der Hälfte (55,3 Prozent) der Unternehmen mit Gütesiegel Anweisungen für die Mitarbeiter zu Informationssicherheit und Datenschutz. Ein adäquater Umgang mit diesen Themen setzt aber immer auch die Einbeziehung der Mitarbeiter voraus, erklärte das Institut.

Unter den Online-Händlern bestehe bei Informationssicherheit und Datenschutz "eine große Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handeln", kritisierte Projektleiter Tobias Lehner. Viele seien sich durchaus bewusst, dass sie sich mehr mit diesen Themen beschäftigen müssten. Oft fehle jedoch das "nötige Grundlagenwissen, um effektiv und effizient zu handeln".

Ohne Konzepte

Insbesondere die kleinen Online-Händler gingen zu "unbedarft" an das Thema heran, erklärte Lehner. Dies führe dann dazu, "dass Informationssicherheit viel zu hemdsärmelig und ohne erkennbares Konzept verfolgt wird". Aber auch bei größeren Händlern gebe es Probleme. Die Ausrede, dass das schon immer so funktioniert habe, schütze auch große Online-Händler nicht vor Angreifern. Für die Studie wertete das Institut 119 Fragebögen von Online-Händlern und deren Mitarbeitern aus. (APA, 5.6. 2014)

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