Straßenbahnfahrer nach Überfall in Wien notoperiert, Verdächtiger festgenommen

5. Juni 2014, 19:53
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Attacke an der Endstelle der Linie 46 - Täter konnte vorerst entkommen

Wien - Einen Tag der nach Präsentation eines Sicherheitspakets für Öffi-Mitarbeiter ist ein Wiener Straßenbahner am Donnerstag von einem Passagier attackiert und am Kopf schwer verletzt worden. Laut Polizei wurde der Mitarbeiter der Wiener Linien gegen Mittag an der Endstelle der Linie 46 am Joachimsthalerplatz niedergeschlagen. Am Donnerstagabend wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Laut Polizeisprecherin Barbara Riehs war der 33-Jährige Tramwayfahrer in Begleitung einer Kollegin, die ausgebildet werden sollte. Gegen 12.45 Uhr traf die Garnitur bei der Endstelle ein. Die Passagiere stiegen aus, bis auf einen. Der Fahrer bemerkte, dass sich noch ein Gast in der Straßenbahn aufhielt, ging nach hinten und forderte den Mann auf, den Zug zu verlassen. Der Unbekannte reagierte nicht.

Notoperation

Der Straßenbahnlenker machte sich daraufhin wieder auf den Weg nach vorne, um seine Kollegin zu informieren. Plötzlich bekam er von hinten einen heftigen Schlag auf den Kopf und ging zu Boden. Zunächst war vermutet worden, dass es sich um einen stumpfen Gegenstand handelte und der 33-Jährige mit einer Rissquetschwunde davongekommen sei. Beides bestätigte sich nicht. Die Polizei zog nach näherer Untersuchung des Falles einen spitzen Gegenstand, eventuell sogar ein Messer, als Tatwaffe in Betracht.

Der Fahrer war nach kurzer Zeit nicht mehr ansprechbar. Eine Untersuchung ergab, dass ihm die Schädeldecke eingedrückt worden war. Der 33-Jährige musste notoperiert werden. Seine in Ausbildung befindliche Kollegin erlitt einen schweren Schock, blieb ansonsten aber unverletzt und löste sofort Alarm aus.

Tasche tauchte wieder auf

Die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) gingen zunächst von einem Raubmotiv aus, weil die Tasche des Opfers unauffindbar war. Im Krankenhaus tauchte diese aber wieder auf. Das Motiv lag am Donnerstagabend daher völlig im Dunkeln. Am wahrscheinlichsten war, dass es sich um die Tat eines psychisch Beeinträchtigten handelte.

Ein Verdächtiger wurde am späten Donnerstagnachmittag verhaftet. Der Mann wurde gegen 17.00 Uhr in Penzing in der Dreyhausengasse dabei beobachtet, wie er Passanten belästigte. Polizisten kontrollierten ihn daraufhin und nahmen ihn wegen der Personenbeschreibung der Attacke in Ottakring fest. (APA/red, derStandard.at, 5.6.2014)

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