1001 Dächer als Kraftwerksstandort gesucht

4. Juni 2014, 18:45
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Solarberatungsfirma Dachgold unter Top Ten bei Business-Ideen-Wettbewerb gereiht

Wien - Das Undenkbare denken, daran glauben und nicht vom Weg abweichen: Das scheint das Motto von Cornelia Daniel-Gruber zu sein, Inhaberin von Dachgold. Mit der Solarberatungsfirma, die sie vor drei Jahren in Wien gegründet hat, war sie durchaus erfolgreich unterwegs. Irgendwie ging ihr aber alles zu langsam.

"Dann sollte ich eines Tages Richard Branson treffen, der Rundflüge um den Mond anbieten will", erzählt Daniel-Gruber dem Standard. "Mit Solarberatung konnte ich schwer kontern. Deshalb die Idee zu Tausendundein Dach - die vermutlich weltweit größte Photovoltaik-Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen."

Staatspreis für Unternehmensführung

Gerade im Gewerbe, das im Gegensatz zur Großindustrie ungünstige Stromtarife hat, sieht Daniel-Gruber das größte Potenzial für eine rasche Verbreitung der Photovoltaik. Durch gemeinschaftlichen Einkauf von PV-Modulen und Wechselrichtern sollte es möglich sein, die Kosten für Solarstrom auf zehn Cent/kWh zu drücken. Dachgold arbeitet mit 10hoch4 zusammen, ein auf PV-Anlagen spezialisiertes Unternehmen aus Wiener Neustadt, das für den Staatspreis für Unternehmensqualität nominiert ist, der nächste Woche verliehen wird.

Dachgold darf sich ebenfalls als Sieger sehen, wurde das Unternehmen doch mit seiner Tausendundein-Dach-Idee unter die Top Ten des Business-Ideen-Wettbewerbs "Greenstart" gereiht. Verbunden sind damit 6000 Euro Preisgeld samt Beratung und Coaching. Ausgelobt hat den Wettbewerb der Klima- und Energiefonds.

Bedarf an neuen Geschäftsmodellen

Geschäftsführer Ingmar Höbarth: "Unser Ziel ist, dass möglichst viele Unternehmen gegründet werden, die die Energiewende unterstützen. Mit 20 Einreichungen habe man gerechnet, geworden seien es schließlich 66. "Das zeigt, dass der Bedarf an neuen Geschäftsmodellen da ist und dass es auch genügend gute Ideen gibt", sagte Höbarth.

Aus dem Kreis der Top Ten werden im Jänner nochmals drei Unternehmen ausgewählt. Diese erhalten 15.000 Euro extra. (Günther Strobl, DER STANDARD, 5.6.2014)

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