Lehrerausbildung im Süden Österreichs wird vereinheitlicht

4. Juni 2014, 16:06
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Pädagogische Hochschulen und Unis in Steiermark, Kärnten und Burgenland arbeiten zusammen

Graz - Die Pädagogischen Hochschulen (PH) und Unis in der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland wollen ihre Studienpläne abstimmen. Insgesamt studieren an den Hochschulen jährlich rund 2.200 Studienanfänger. Die Vorbereitungen für den "Entwicklungsverbund Süd-Ost" liegen gut im Zeitplan, sagen die Rektoren. Der Start ist für das Wintersemester 2015 geplant.

Die neue Lehrerausbildung sieht vor, dass künftig jeder angehende Lehrer - egal ob er an einer Universität, einer PH oder an einer Kooperationsform studiert - ein vierjähriges Bachelorstudium mit fundierter wissenschaftlicher und ausgeprägt praktischer Ausbildung absolvieren muss. Für eine Fixanstellung brauchen die angehenden Lehrer ein Masterstudium. Im "Entwicklungsverbund Süd-Ost" werden alle Bachelor- und Masterangebote für die künftigen Lehrer aller Schulstufen gemeinsam entwickelt.

33 Entwicklungsgruppen

Zur Entwicklung der neuen Studienangebote arbeiten daher seit Monaten rund 350 Personen aller beteiligten Institutionen in 33 überinstitutionellen Entwicklungsgruppen zusammen.

"Wir sind gut im Zeitplan. Die Qualitätsprofile und Kompetenzkataloge aller Curricula aller Fächer liegen bereits beim Qualitätssischerungsrat. Im Herbst wollen wir die fertigen Curricula einreichen", schilderte Elgrid Messner, Rektorin der PH Steiermark. Ähnliches hört man vonseiten der Uni Graz: "Wir sind ein großes Stück weitergekommen, die Leute sind wahnsinnig engagiert und es rennt glatter als gedacht", sagt Vizerektor Martin Polaschek.

Gemeinsames Aufnahmeverfahren

Parallel arbeitet man auch gleich an einem gemeinsamen Aufnahmeverfahren. Derzeit läuft an der PH Steiermark noch ein im Jahr 2006 eingeführtes Verfahren. Es zeigt im letzten Jahr des alten Studienplans eine zehnprozentige Steigerung der Anmeldungen: Für 407 Studienplätze gab es 1.245 Interessenten. "Wir haben um 70 Plätze aufgestockt. Mehr geht nicht", so Messner.

Auch an der Uni Graz müssen sich die Lehramt-Anfänger - obwohl es keine Studienplatz-Beschränkung gibt - heuer einem Verfahren mit Self-Assessment und Überprüfung von Sprachkompetenz , Belastbarkeit und emotionalen Fähigkeiten stellen. Es ist quasi ein Pilot-Durchgang für das kommende gemeinsame Aufnahmeverfahren. "Die Frage, ob wir künftig eine Studienplatzbeschränkung haben werden, oder nicht, ist vonseiten der Politik noch ungelöst", so Polaschek. Zuletzt haben an der Uni Graz 1.155 Personen ein Lehramtsstudium begonnen. (APA, 4.6.2014)

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