Kiew: 300 Separatisten bei Kämpfen in der Ostukraine getötet

4. Juni 2014, 13:49
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Gefechte rund um die Stadt Slawjansk - Keine Bestätigung vonseiten der Separatisten - Obama sichert ukrainischem Präsidenten Hilfe für Ausbildung von Polizei und Militär zu

Warschau - Bei schweren Kämpfen im Osten der Ukraine haben Regierungstruppen seit Dienstag nach Regierungsangaben mehr als 300 Separatisten getötet. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte sagte am Mittwoch, bei den Gefechten rund um die Stadt Slawjansk seien zudem rund 500 Rebellen verletzt worden. Aufseiten der Armee seien zwei Soldaten getötet und 45 verletzt worden. Eine Sprecherin der prorussischen Separatisten erklärte lediglich, die Zahl der Toten in der Region steige kontinuierlich.

Seit dem Wahlsieg des designierten Präsidenten Petro Poroschenko hat die ukrainische Armee ihren Einsatz gegen die Separatisten im Osten des Landes verstärkt. Die russische Regierung hat wiederholt ein sofortiges Ende der Gewalt und einen Dialog unter Einbeziehung der Rebellen gefordert. Die ukrainische Regierung lehnt es aber ab, mit den Separatisten zu verhandeln.

Obama sagt bei Polizei und Militär Unterstützung zu

US-Präsident Barack Obama sagte Poroschenko umfassende Hilfe zu. Die USA würden die Ukraine dabei unterstützen, sich aus der Energieabhängigkeit von Russland zu lösen und die Wirtschaft wiederzubeleben, sagte Obama nach einem Treffen mit Poroschenko am Mittwoch in Warschau. Er habe mit Poroschenko auch darüber gesprochen, wie die USA bei der Ausbildung von Polizei und Militär helfen könnten. Dazu könne auch die Lieferung von Nachtsichtgeräten dienen. Das Treffen der führenden Industrieländer (G7) werde zeigen, dass die internationale Gemeinschaft hinter der Ukraine stehe, sagte Obama.

Die USA unterstützen die Bemühungen der Regierung in Kiew, sich enger an den Westen zu binden. Daneben suchen sie Absatzmärkte für ihr Erdgas, das in großem Stil durch die in Europa umstrittene Fracking-Fördermethode gewonnen wird.

Poroschenko will Friedensplan vorlegen

Poroschenko will in Kürze einen Plan zur Befriedung des Lands vorlegen. Er werde sehr bald nach seiner Amtseinführung am Samstag Vorschläge für eine friedliche Lösung des Konflikts präsentieren, sagte Poroschenko.

Russland sieht sich durch eine Westanbindung der Ukraine bedrängt und unterstützt prorussische Separatisten in dem Land. Die Kämpfe zwischen ihnen und der ukrainischen Armee im Osten des Landes haben seit der Präsidentenwahl deutlich zugenommen. (Reuters, 4.6.2014)

  • Prorussischer Kämpfer am Dienstag nahe Slawjansk.
    foto: ap photo/andrei petrov

    Prorussischer Kämpfer am Dienstag nahe Slawjansk.

  • Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko traf sich vor dem G7-Gipfel mit dem US-Präsidenten Barack Obama. Der Gipfel beginnt am Mittwochabend in Brüssel.
    foto: reuters/kevin lamarque

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko traf sich vor dem G7-Gipfel mit dem US-Präsidenten Barack Obama. Der Gipfel beginnt am Mittwochabend in Brüssel.

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