Privatkonsum in Österreich sinkt

4. Juni 2014, 11:42
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Bruttowertschöpfung kletterte im Bundesländerschnitt nur um 0,5 Prozent nach oben

Wien - Ohnehin strukturschwächere Regionen haben in Österreich im Vorjahr stärker unter der schwachen Konjunktur gelitten, als Industrieregionen. Die Bruttowertschöpfung wuchs in allen Bundesländern schwach, teils schrumpfte sie - weil vom Export als Wachstumsfaktor nur schwache Impulse ausgingen. Auch sank der Privatkonsum im Vorjahr verglichen zu 2012 real um 0,2 Prozent, so das Wifo.

Der Privatkonsum sei trotz der mäßigen Preisentwicklung zurückgegangen, so die Wirtschaftsforscher in einer Aussendung.

Insgesamt kam das Wachstum 2013 fast zum Erliegen, analysiert das Wirtschaftsforschungsinstitut. Den leichten Wachstumsvorsprung haben die industriestärkeren Gebiete aufgrund einer im zweiten Halbjahres etwas anziehenden internationalen Konjunktur erzielt.

Wachstum in der Energie- und Wasserversorgung

Die Wertschöpfung entwickelte sich in den meisten Wirtschaftsbereichen 2013 "nur schwach positiv oder sogar negativ". Wachstum gab es in der Energie- und Wasserversorgung (real plus 12,7 Prozent Bruttowertschöpfung), bei sonstigen Dienstleistungen (1,3 Prozent), in der Sachgütererzeugung (1,1 Prozent) und in der öffentlichen Verwaltung (1,0 Prozent).

Andere wichtige Sektoren verloren voriges Jahr an Dynamik. So gab es im Kredit- und Versicherungswesen eine Stagnation. Im Sektor Beherbung und Gastronomie kam es zu einem Minus von 2,2 Prozent, in der Bauwirtschaft nur zu einem Plus von 0,2 Prozent.

Nach Regionen gab es das größte reale Plus mit je 0,7 Prozent in der West- und Südregion - im Süden dank der (Fahrzeug-)Industrie in der Steiermark. In der Ostregion gab es durch eine überdurchschnittliche Entwicklung der Dienstleistungen ein Plus 0,4 Prozent. Der Wachstumsmittelwert aller Bundesländer wiederum belief sich auf 0,5 Prozent.

Höchste Steigerung im Burgenland

Die höchste Steigerung der Bruttowertschöpfung unter den Bundesländern erzielte das Burgenland mit 1,7 Prozent: Laut Wifo profitierte die Wirtschaft des östlichsten Bundeslandes von einer weit überdurchschnittlichen Expansion der Bruttowertschöpfung in der regionalen Sachgütererzeugung. Dahinter folgen die schon eher als Industrieländer bekannten Bundesländer Vorarlberg (plus 1,2 Prozent), Oberösterreich und Steiermark (je 0,9 Prozent). Leicht überdurchschnittlich entwickelte sich die Konjunktur sonst nur in Tirol (plus 0,6 Prozent).

Die restlichen Bundesländer liegen unter dem Wachstumsschnitt von 0,5 Prozent. Auf Wien (+ 0,4 Prozent) folgt Niederösterreich (+0,2 Prozent), Kärnten (+0,1) und zu guter Letzt Salzburg (+/- 0,0 Prozent), ermittelten die Wirtschaftsforscher. In diesen Ländern kamen geringe positive Impulse fast ausschließlich von den öffentlichen Diensten und dem Grundstücks- und Wohnungswesen. Etwa sanken in Salzburg und Kärnten die Wertschöpfung im dort besonders wichtigen Sektor Beherbung und Gastronomie. (APA, 4.6.2014)

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    grafik: apa
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