Deutscher Hypo-Streit: Chefin wirft Handtuch

4. Juni 2014, 05:56
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Manuela Better resigniert im Streit mit dem Staat

München - Paukenschlag bei der Hypo Real Estate : Die Chefin der in der Krise verstaatlichten deutschen Immobilienbank, Manuela Better, wirft nach gut vier Jahren das Handtuch. Better habe um die sofortige Entbindung von ihren Pflichten gebeten, die Aufsichtsräte hätten dem mit Bedauern entsprochen, so das Institut am Dienstagabend nach der Aufsichtsratssitzung. Hintergrund ist ein Zerwürfnis mit dem Staat.

Wer Betters Nachfolge antritt, blieb zunächst offen. Dies werde "zu gegebener Zeit" entschieden, erklärte die Bank. Wichtigste Aufgabe ist die anstehende Reprivatisierung des HRE-Nachfolgers Pfandbriefbank (pbb). Sie muss auf Drängen der EU bis Ende nächsten Jahres verkauft oder an die Börse gebracht werden. Der Startschuss soll in Kürze fallen.

Überraschender Abgang

Der Rücktritt Betters kommt überraschend. Erst am Vortag hatte die pbb einen deutlichen Gewinnsprung für das erste Quartal bekannt gegeben. Die Bank muss mit ihren gewerblichen Immobilienfinanzierungen und Darlehen an die öffentliche Hand zwar noch deutlich rentabler werden, um Investoren anzulocken.

Doch das ist nicht der Grund dafür, dass sich Better jetzt zurückzieht - auch als Vorstandschefin bei der Deutschen Pfandbriefbank. "Nach der Entscheidung der FMSA gegen den ausverhandelten Verkauf der Depfa und für die von mir nicht präferierte Abwicklung der Depfa unter der FMS Wertmanagement habe ich keine Basis mehr für die Ausübung meiner Mandate gesehen", begründete sie ihren Schritt.

Regierung in letzter Minute gegen Verkauf

Der Bund hatte unlängst den Verkauf des deutsch-irischen Staatsfinanzierers Depfa platzen lassen, der ebenfalls zur HRE gehört und seit der Krise kein Neugeschäft mehr macht. Das Verfahren sollte nach dem Willen von Better eigentlich eine Blaupause für den anstehenden Verkauf des Schwesterinstituts pbb sein. Doch die Bundesregierung entschied sich in letzter Minute gegen den Verkauf an einen Finanzinvestor und für die Eigenabwicklung in der staatlichen "Bad Bank" FMS Wertmanagement, in der bereits milliardenschwere Schrottpapiere des einstigen Dax-Konzerns aus München lagern.

Better hatte die Entscheidung zwar akzeptiert, aber vor einem Kollateralschaden für die pbb gewarnt, weil potenzielle Investoren abgeschreckt werden könnten, sich überhaupt an einem weiteren, aufwendigen Bieterverfahren zu beteiligen. Für dieses Risiko wolle sie nun nicht die Verantwortung übernehmen, sagten Vertraute. Gleiches gelte für die Eigenabwicklung der Depfa durch den Bund, die Better als äußerst riskant für den Steuerzahler betrachte. Sie wolle nicht länger die Verantwortung dafür tragen, hieß es aus München.

Nicht akzeptable Verspätung

Es sei nicht akzeptabel, dass die Übertragung der Depfa von der HRE auf die FMSA möglicherweise erst zum Jahresende oder noch später stattfinden solle, sagte eine Person aus dem HRE Umfeld. "Wenn ich den (Leucadia) Deal überbiete, muss ich in dem Moment die Ärmel hochkrempeln und loslegen." Die FMSA wolle mit der an Land gezogenen Abwicklung der Depfa ihre eigene Existenzberechtigung untermauern, hieß es.

Die FSMA erklärte am Dienstagabend, sie bedauere Betters Entscheidung außerordentlich. "Sie hat die Restrukturierung der im Zuge der Finanzmarktkrise stark angeschlagenen und im Jahr 2009 verstaatlichten HRE maßgeblich vorangetrieben und sehr gute Arbeit geleistet." Die FMSA rechne dadurch, dass es zu einer Abwicklung und nicht zum Verkauf komme, mit einem Mehrerlös von 300 Millionen Euro. Eine Übertragung der Depfa auf werde im August/September angestrebt.

Die heute 53-jährige Risiko-Expertin Better hatte das Ruder bei der HRE im März 2010 übernommen - damals war bereits ihr Vorgänger Axel Wieandt im Streit mit dem staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin überstürzt von Bord gegangen. Betters Vertrag wäre eigentlich erst im Februar 2017 ausgelaufen. (APA, 4.6.2014)

  • Manuela Better geht.
    foto: ap/matthias schrader

    Manuela Better geht.

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