Angeklagte in Linzer Betrugsprozess schuldig gesprochen

3. Juni 2014, 16:01
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Teilbedingte Strafe für Frau, bedingte für Mann - Urteile nicht rechtskräftig

Linz - Ein Ehepaar, das einem Oberösterreicher rund 1,8 Millionen Euro herausgelockt und damit u.a. Immobilien und Autos gekauft haben soll, ist Dienstagnachmittag im Landesgericht Linz verurteilt worden. Die 48-jährige Frau fasste wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs drei Jahre - davon eines unbedingt - aus, ihr 50-jähriger Mann wegen Hehlerei zehn Monate bedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft listete "unzählige Täuschungshandlungen" auf: 2002 soll die Beschuldigte damit begonnen haben, die Zuneigung des 46-Jährigen auszunutzen. Zunächst sei es um kleinere Beträge gegangen, bald um Zehntausende Euro. Zwei, drei Jahre später habe sie dem Mann vorgegaukelt, kurz vor der Scheidung zu stehen und ihn heiraten zu wollen. 2007 - die Frau wohnte noch immer mit ihrem Ehemann und den drei Kindern unter einem Dach - behauptete sie, ihre jüngere Tochter sei schwer krank und brauche unter anderem Geld für ein Spenderherz und eine -lunge.

Im Herbst 2012 hieß es schließlich, dass der Freund der älteren Tochter bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei und sie im Koma liege. Zudem soll die Angeklagte erklärt haben, dass sie mit ihrem Vater wegen eines Unternehmens prozessiere und auch dabei Unterstützung brauche.

"Ich weiß eh, dass ich ein Trottel war"

Er habe ein Haus um 150.000 Euro und Anteile an Grundstücken verkauft und 60.000 Euro Kredit aufgenommen, um der 48-Jährigen in ihren vermeintlichen Notlagen zu helfen, berichtete der Geschädigte. Schließlich habe es geheißen, "dass sie niemandem mehr hat, ihr keiner hilft". Das Opfer war "am Limit" und habe manchmal mit drei Euro eine ganze Woche auskommen müssen, sollte das Geld aber wieder zurückerhalten. Bis auf eine Unterstützung von 10.000 Euro wegen Exekutionen und für Miete und Gas habe er von der Frau aber nichts gesehen, so der 46-Jährige. "Ich weiß eh, dass ich ein Trottel war."

Die Frage des Richters, warum sie das alles getan habe, konnte die Frau nicht beantworten. Sie übernahm die Verantwortung für einen Betrag von 1,1 Millionen Euro, über diese Summe wurde ein Vergleich geschlossen: Liegenschaften, zwei Handys, Bargeld und ein Sparbuch gehen an die Geschwister des Opfers, die ihm mit Geld ausgeholfen haben. Die Urteile gegen die Frau und ihren Mann, der von den angeklagten jahrelangen Betrügereien nichts gewusst haben will, sind noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger verzichteten zwar auf Rechtsmittel, der Staatsanwalt legte aber Berufung ein. (APA, 3.6.2014)

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