Brandlegung in Karachi nach Festnahme von pakistanischem Exil-Politiker

3. Juni 2014, 15:24
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Demonstranten setzten Busse und Rikschas in Brand - Altaf Hussain wegen Geldwäscheverdachts in London festgenommen

Karachi/London - Die Festnahme eines pakistanischen Exil-Politikers in London hat in seiner Heimatstadt Karachi für Chaos gesorgt. Wütende Demonstranten setzten nach Behördenangaben am Dienstag mehrere Busse, Rikschas und ein Auto in Brand, nachdem in der Hafenstadt im Süden des Landes Berichte über die Festnahme des Parteichefs der Muttahida-Qaumi-Bewegung (MQM), Altaf Hussain, die Runde gemacht hatten.

Hussain war 1992 nach Großbritannien geflohen. Zuvor hatte es in Karachi einen Militäreinsatz gegeben, um ethnisch motivierte Ausschreitungen zu beenden. Er kann nach eigenen Angaben nicht in sein Heimatland zurückkehren, weil sein Leben dort in Gefahr sei.

Hamsterkäufe

Die MQM vertritt die urdusprachigen indischen Muslime, die nach der Teilung Indiens 1947 ins neugegründete Pakistan flohen. Karachi ist eine ihrer Hochburgen. In der Stadt kommt es wegen Spannungen zwischen der urdusprachigen Mehrheit der Mohajir und paschtunischen Migranten immer wieder zu Gewalt.

Nachdem ein lokaler Fernsehsender über die Festnahme Hussains berichtet hatte, gerieten viele Einwohner von Karachi in Panik und deckten sich vorsichtshalber mit Lebensmitteln ein. Die Polizei verschärfte nach eigenen Angaben die Sicherheitsvorkehrungen vor dem britischen Konsulat und anderen ausländischen Vertretungen. Der hochrangige MQM-Politiker Khawaja Izhar ul Hassan rief die Anhänger der Partei auf, "friedlich, ruhig und vereint" zu bleiben.

Hussain war am Dienstag wegen des Verdachts der Geldwäsche in London festgenommen und sein Haus durchsucht worden. Bereits 2012 und 2013 hatte die britische Polizei das Haus des Parteichefs wegen ähnlicher Vorwürfe durchsucht. (APA, 3.6.2014)

  • Brennende Rikschas in den Straßen Karachis.
    foto: apa/epa/khawer

    Brennende Rikschas in den Straßen Karachis.

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