Demokratisierung der Bierkarte

Kolumne11. Juni 2014, 13:48
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Die Auswahl wird immer größer. Manche Wirte lassen sogar wählen, was auf die Karte kommt

Wenn man beim Franz, dem Wirt im Zentrum von Bergheim bei Salzburg, "ein Bier" bestellt, dann reicht die Auswahl von Stiegl Goldbräu über Trumer Pils bis zum "Franz"iskaner Weizenbier. Das wäre heutzutage nicht erwähnenswert, wenn nicht die vierte Leitung einem Gastbier vorbehalten wäre, über dessen Auswahl Wirt Franz Gmachl alle zwei Monate seine Gäste abstimmen lässt.

Bier-Abstimmung

Solche Demokratisierung der Bierkarte ist ein gewaltiger Fortschritt in einem Land, wo das Bierangebot bis 1980 vom Bierkartell vorgegeben war und noch heute viele Gastronomen glauben, mit einer einzigen Sorte Bier auskommen zu können. Eine Gefahr gibt es allerdings: Die Gäste könnten bei ihrer Abstimmung mehrheitlich dem Mainstream zum Durchbruch verhelfen.

Muss aber nicht sein: Am Montag dieser Woche ließ der "Kowara" Adalbert Windisch im Hawidere in der Wiener Ullmannstraße ein Dutzend Gäste zehn Craft Biere verkosten und jene fünf wählen, die im Sommer auf die Karte kommen. Das Wahlergebnis verspricht spannende Geschmackserlebnisse: Maximus High Hop, Flying Dog Snake Dog, To Øl Stalins Organ, Samuel Smith Raspberry und St. Peters Organic Ale kommen auf die Flaschenbier-Karte - und O'Haras Irish Pale Ale wurde als Gastbier vom Fass gewählt. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 6.6.2014)

  • Verkosten im Hawidere.
    foto: conrad seidl

    Verkosten im Hawidere.

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