Manipulationsskandal: Live-Wetten werden eingeschränkt 

3. Juni 2014, 15:13
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Sportminister legt Maßnahmepaket vor

Wien - Mit neuen Maßnahmen will sich Österreich der "tief in der internationalen organisierten Kriminalität" verorteten Wettmafia auf nationaler Ebene entgegenstellen. Das sagte Sportminister Gerald Klug (SPÖ) am Dienstag bei der Präsentation des Endberichts zur Bekämpfung von Wettbetrug in Wien. Vorgesehen ist etwa die Verschärfung des Disziplinarrechts sowie eine Einschränkung von Ereigniswetten.

Die Ende 2013 bekannt gewordene Causa rund um ehemalige Fußball-Bundesliga-Spieler vom SV Grödig zeigt, "dass der Kampf gegen Wettbetrug Schwerpunkt sein muss, um vor allem dem Vertrauensverlust von Fans und Sponsoren entgegen zu wirken", ergänzte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Zur Umsetzung dieser Pläne sieht das am Dienstag vom Ministerrat beschlossene Paket unter anderem vor, dass bei allen der rund sechzig Fachverbänden in Österreich künftig Meldepflichten und Sanktionsmaßnahmen vorgesehen sein müssen. "Es wird eine Voraussetzung für die Sportförderung sein", kündigte Klug an.

Einschränkungen und Aktieneinsicht

Ebenso ist ein Erlass durch das Justizministerium geplant, damit bei Ermittlungen die Akteneinsicht für die kooperativen Verbände vereinfacht werden kann, mit dem Ziel, rasch mit Sperren und dergleichen reagieren zu können. Nicht zuletzt soll es Einschränkungen für gewisse Ereigniswetten beim Fußball geben. Gemeint sind zum Beispiel Wetten darauf, wer während eines Live-Matches den nächsten Einwurf ausführt. Der Sportminister lobte hier den Buchmacherverband, dem aber nicht alle Wettanbieter angehören, für seine Kooperation. In Summe habe man alle maßgeblichen Player, so auch das Justiz- und das Finanzressort, an einen Tisch bekommen, so Klug.

Nicht zuletzt ist es eine Zielsetzung des Pakets, die Vereinheitlichung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Glücksspiel "durch Schaffung eines bundeseinheitlichen Wettbegriffs" mittels 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern herbeizuführen. Ebenso soll für österreichische Wettspielanbieter ein Qualitätssiegel geschaffen werden. Bei den strafrechtlichen Konsequenzen sollen neue Tatbestände im Rahmen der geplanten Strafrechtsreform 2015 in Erwägung gezogen werden, die das Delikt Betrug um den "Tatbestand Wettbetrug" erweitern könnten.

Ombudsstelle für Wettbetrug

Als einen bereits umgesetzten Punkt nannte Klug die Ombudsstelle für Wettbetrug durch den Verein Play Fair Code, der seit 1. Februar in Zusammenarbeit mit dem Sportministerium eine anonyme Anlaufstelle für Betroffene ist. Man betonte, dass Fußball jetzt zwar der Schwerpunkt sei, jedoch andere Sportarten wie Tennis ebenso betroffen seien. Für Mikl-Leitner ist Österreich bereits "Weltmeister im Kampf gegen den Wettbetrug", wie sie unter Hinweis auf ein internationales Schulungsprogramm, das gemeinsam mit Interpol ausgearbeitet wurde, sagte.

ÖFB-Präsident Leo Windtner begrüßte in einer Aussendung die Verabschiedung des Maßnahmenpaketes. Es sei "ein richtiger und wichtiger Schritt zur Bekämpfung dieser kriminellen Energien". "Es muss allen klar sein, dass der Kampf gegen Matchfixing nur gemeinsam und im Zusammenwirken von Verbänden und Behörden geführt werden kann", betonte Windtner. (APA, 3.6.2014)

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