Hausdurchsuchung im Multiversum Schwechat

3. Juni 2014, 15:05
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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der Untreue - Ziel der Razzia waren Unterlagen und EDV-Daten früherer Geschäfte

Schwechat/Korneuburg - Im Multiversum Schwechat hat es am Dienstag eine Hausdurchsuchung gegeben. Der Auftrag sei von der Staatsanwaltschaft Korneuburg an das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) gegangen, sagte Behördensprecher Karl Schober auf Anfrage. Es gebe diesbezüglich jedoch "keine weiteren Auskünfte". Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.

Die auch durch überhöhte Baukosten finanziell angeschlagene Veranstaltungshalle hat erst seit wenigen Wochen mit Peter Simersky einen neuen Geschäftsführer. Der bestätigte laut Vorab-Meldung des Nachrichtenmagazins "News" die Hausdurchsuchung vom Dienstag ebenfalls. Ziel der Razzia sollen Unterlagen und EDV-Daten in Bezug auf die Geschäftstätigkeit zweier früherer Hallenchefs gewesen sein.

Massiv gestiegene Baukosten

Das Multiversum ist dem langjährigen Schwechater Bürgermeister Hannes Fazekas (SPÖ) zum Verhängnis geworden. Der Stadtchef legte sein Amt im vergangenen November zurück. So waren etwa die Baukosten der zu Jahresbeginn 2011 eröffneten Halle von rund 30 auf etwa 49 Millionen Euro gestiegen. Behördlich ermittelt wird hinsichtlich deutlich höherer als ursprünglich veranschlagter Bau-und Betriebskosten, im Zusammenhang mit einer Darlehensvergabe geht es um Betrug und Untreue.

Der Rechnungshof soll in einem 208 Seiten umfassenden Rohbericht Anfang Dezember 2013 Befugnisüberschreitungen u.a. seitens des zurückgetretenen Stadtchefs und Ungereimtheiten bei Vertragsabschlüssen kritisiert haben. Schwechat sei dadurch in eine finanzielle Schieflage geraten. Angesprochen wurden u.a. Haftungen und Geschäfte, die ohne nötigen Gemeinderatsbeschluss oder Genehmigung durch die Gemeindeaufsicht beschlossen wurden. Dabei soll es sich um ein Ausmaß von mehr als 70 Millionen Euro gehandelt haben. Insgesamt gab der Rechnungshof 76 Empfehlungen ab. Der Endbericht wird demnächst erwartet. (APA, 3.6.2014)

  • Das Multiversum in Schwechat kommt nicht aus den Schlagzeilen.
    foto: springer/standard

    Das Multiversum in Schwechat kommt nicht aus den Schlagzeilen.

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