Verdächtige nach Überfall auf Geldtransport in Marchtrenk verhaftet

3. Juni 2014, 17:36
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Zwei Männer in Haft

Linz - Nach einem Überfall auf zwei Geldboten am Montag in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) sind in der Nacht 200 Meter vor dem Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl/Burgenland) drei Verdächtige - zwei Männer und eine Frau aus Rumänien - festgenommen worden. Einer der drei war einschlägig bekannt. Die Rolle der Frau, die ein Flugticket nach Mykonos im Gepäck hatte, war vorerst unklar.

Den entscheidenden Hinweis lieferte ein Zeuge, der Tage zuvor ein verdächtiges Fahrzeug in der Nähe des Tatorts gesehen hatte und zwei Insassen, die die Bank offenbar ausspionierten, berichteten LKA-Chef Gottfried Mitterlehner und der oberste Raubermittler in OÖ, Ferdinand Jung, in einer eilig einberufenen Pressekonferenz Dienstagnachmittag in Linz.

Männer ohne Flugtickets

Das Auto mit Wiener Kennzeichen war den Ermittlern in Niederösterreich gut bekannt. Sie brachten es mit einem Rumänen in Verbindung, der bereits wegen Einbruchs mehrere Jahre im Gefängnis verbracht hat und für weitere Taten infrage kommen könnte. Das Auto, der Mann und seine Komplizen wurden in Wien aufgespürt, die Polizei hielt die Observation aufrecht. Am Abend verdichteten sich die Hinweise, dass sie ihre Abreise planten.

In zwei Pkw machten sie sich auf den Weg Richtung Staatsgrenze. In Nickelsdorf stoppte das Sondereinsatzkommando Cobra die Fahrzeuge. Die drei Insassen wurden festgenommen. Neben den beiden Männern im Alter von 36 und 40 Jahren saß auch eine 22-jährige Frau im Wagen. Welche Rolle sie gespielt hat, war noch unklar. "Sie wäre morgen von Bukarest aus nach Mykonos auf Urlaub gefahren", schilderte Mitterlehner, die beiden Männer hätten aber kein Ticket dabeigehabt.

Maschinenpistole mitgeführt

In sechs Waschmittelboxen versteckt wurde die Beute sichergestellt. Der Großteil dürfte vorhanden sein, so die Ermittler. Die Höhe der Summe wollen sie aus präventiven Gründen nicht nennen. Mit Details gaben sie sich insgesamt vorerst bedeckt, denn die Einvernahmen der Verdächtigen und die Ermittlungen waren vorerst nicht abgeschlossen. Beispielsweise die Waffen der Täter wurden noch nicht gefunden.

Der Überfall auf die beiden Geldboten Montag früh war bis ins Detail geplant. Die Täter, die eine Maschinenpistole und eine Faustfeuerwaffe mitführten, kamen bereits Stunden zuvor zur Bank. Im Sichtschutz eines Lieferwagens stiegen sie ins Gebäude ein. Dort warteten sie auf ihre Opfer, fesselten sie und flüchteten mit der Beute. Ein Geldbote schaffte es, sich nach einigen Minuten selbst zu befreien und alarmierte die Polizei. Er uns seine Kollegin blieben unverletzt. (APA, 3.6.2014)

  • Der Überfall auf die Geldboten ist geklärt.
    foto: apa/laumat.at/matthias lauber

    Der Überfall auf die Geldboten ist geklärt.

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