Ministerrat beschloss 59 "Promi-Einbürgerungen"

3. Juni 2014, 12:18
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Neuer Kritierien-Katalog für Staatsbürgerschaft ohne Wartezeit

Wien - Nach drei Jahren Pause gibt es wieder sogenannte "Promi-Einbürgerungen". Die Regierung segnete im heutigen Ministerrat eine Liste mit 59 Personen ab, die wegen bemerkenswerter Leistungen die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Unter ihnen sind der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis und Schauspieler Gideon Singer.

Kriterien-Katalog

Dass es so ungewöhnlich lange gedauert hat, bis wieder aus besonderen Gründen die Staatsbürgerschaft verliehen wird, hängt unter anderem damit zusammen, dass auf Initiative des früheren Integrationsstaatssekretärs und heutigen Außenministers Sebastian Kurz (ÖVP) erstmals ein Kriterien-Katalog gebastelt wurde. Diesem wurden die gesamt 130 Anträge unterzogen. 59 der Ansuchen erfüllten die Voraussetzungen.

Einsatz im Nationalteam

Bedingung für solch eine bevorzugte Einbürgerung ist, dass eine Einbürgerung der Person aufgrund deren "bereits erbrachten und noch zu erwartenden außerordentlichen Leistungen im besonderen Interesse der Republik liegt". Bei Wirtschaftstreibenden wird etwa darauf abgezielt, dass sie Arbeitsplätze schaffen und sichern oder maßgebliche Investitionen planen. Bei den Sportlern stellt man beispielsweise darauf ab, dass sie in einem österreichischen Nationalteam sofort einsetzbar sind und dass ihre Laufbahn noch länger andauern wird.

Bei Künstlern kann ein Faktor sein, dass sie ein besonderer Publikumsmagnet sind, bei Wissenschaftern kann internationaler Bekanntheitsgrad oder die Lehrtätigkeit an einer österreichischen Hochschule hilfreich sein. Die jeweils zuständigen Ministerien müssen bei den Anträgen prüfen, ob die Voraussetzungen für eine beschleunigte Einbürgerung erfüllt sind. Anschließend entscheidet noch der Ministerrat.

21 Sportler eingebürgert

Besonders groß ist - wie schon des öfteren - diesmal die Gruppe der Sportler, wenngleich die ganz prominenten Namen fehlen, insgesamt wurden 21 Sportler eingebürgert. Immerhin ist mit der aus Polen stammenden Seglerin Jolanta Ogar eine seriöse Anwärterin für olympisches Edelmetall dabei. Aus dem Bereich Wirtschaft prominenter Neu-Österreicher ist Lidl-Generaldirektor Christian Karnath, der aus Berlin stammt.

Kulturelle Gründe hat etwa die Einbürgerung des Dirigenten Andres Filipe Orozco Estrada aus Kolumbien sowie der Georgierin Ketevan Papeva, Solotänzerin an der Wiener Staatsoper. Zu den bekannten Wissenschaftern auf der vom Ministerrat beschlossenen Liste zählt Physiker Haim Harari, der in Österreich auch als Vorsitzender des Exekutivaussschusses der Elite-Uni IST bekannt wurde.

Das Spezielle an den "Promi-Einbürgerungen" ist, dass bei ihnen keine Wartezeit auf die Staatsbürgerschaft besteht. In allen anderen Fällen, selbst bei sonstigen privilegierten Gruppen wie EU-Bürgern und besonders gut Integrierten müssen mindestens sechs Jahre auf den österreichischen Pass gewartet werden. (APA, 3.6.2014)

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