Henry am Zug liegt DO&CO schwer im Magen

3. Juni 2014, 18:48
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Do&Co kann seinen Nettogewinn kräftig steigern, die Aktionäre dürfen sich über höhere Dividende freuen

Wien - Der Cateringkonzern Do&Co belohnt seine Aktionäre nach einem Gewinnanstieg um gut 14 Prozent auf 26,1 Mio. Euro mit einer höheren Dividende. Der Vorstand werde der Hauptversammlung 85 Cent je Aktie (nach 50 Cent/Aktie) vorschlagen, kündigte Do&Co-Chef Attila Dogudan am Dienstag beim Bilanzpressegespräch in Wien an.

Das abgelaufene Jahr 2013/14 ist für die börsennotierte Firma gut gelaufen, einziger Wermutstropfen ist nach wie vor das Catering für die ÖBB, wenngleich Dogudan hier "Land in Sicht" sieht. Das Segment Zug sei aber noch nicht dort, wo es hingehört, meinte der Unternehmenschef.

Negativschlagzeilen rund um Henry am Zug

Seit Do&Co über seine Schiene "Henry am Zug" die ÖBB-Zugsverpflegung übernommen hat, gab es immer wieder Negativschlagzeilen rund um schlechte Arbeitsbedingungen. Dem Konzern wurde unter anderem vorgeworfen, seine ungarischen Beschäftigten deutlich schlechter zu bezahlen als die österreichischen. Dogudan bezeichnete die Diskussion darum heute als "unfassbare Polemik". Man habe sich nun aber mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt. Do&Co beschäftigt im Zugcatering 600 Mitarbeiter, 10 Prozent davon aus Ungarn.

Probleme räumte der Chef bei der Haltbarkeit der Kühlkette ein. Auch das bereits vor einem Jahr angekündigte mobile Bestellsystem läuft noch immer nicht. Dieses sollte eingeführt werden, um besser auf die schwankende Kundennachfrage reagieren zu können. Oftmals müssten zwei Drittel der täglich frisch zubereiteten Speisen weggeschmissen werden, hatte Dogudan vor einem Jahr argumentiert. Die bestellten Speisen sollten direkt zum Sitzplatz im Zug geliefert werden.

Wesentlich besser läuft es mit der Gourmetlinie "Henry" abseits der Schiene. In Wien hat sich der Caterer fünf neue Standorte gesichert. Derzeit gibt es "Henry" vier Mal in Österreich. Im Eventcatering rittert Do&Co um die Ausrichtung der nächsten Fußball-Europameisterschaft. Die Ausschreibung laufe, so Dogudan. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete das Unternehmen im Bereich Eventcatering einen Umsatzeinbruch von fast 15 Prozent auf 60,79 Mio. Euro. Ins Jahr 2012/13 fiel die Durchführung der EURO 2012 - Umsätze, die der Firma nun fehlten.

Airline-Catering macht sich

In allen anderen Segmenten fuhr Do&Co Umsatzzuwächse ein. Die Erlöse im Bereich Airline Catering stiegen um rund 13 Prozent auf 450,19 Mio. Euro, im Segment Restaurants, Lounges & Hotel erhöhten sie sich um 19 Prozent auf 125,16 Mio. Euro. In Summe stieg der Konzernumsatz damit um 10 Prozent auf 636,14 Mio. Euro. In den nächsten drei Jahren will der Caterer die Umsatzmilliarde erreichen.

Am Flughafen Chicago wird Do&Co eine neue Gourmetküche eröffnen. Der US-Markt soll künftig stärker bearbeitet werden, weitere Küchen seien in Los Angeles, San Francisco und Washington geplant, kündigte Dogudan an. Die Lounges entwickelten sich laut Dogudan erfreulich: Die Verträge für das Catering der Emirates Lounges seien in London Heathrow sowie in New York JFK verlängert worden. Die Turkish Airlines Lounge in Istanbul wurde auf 6.000 m2 verdoppelt. Neu übernommen werden die Lufthansa-Lounges am Flughafen London Heathrow.

Im Airline Catering spürt Do&Co am Standort Kiew in der Ukraine einen krisenbedingten Passagierrückgang. Umsatzrückgänge konnten jedoch durch die Neukunden Emirates und Ukraine International Airlines im Rahmen gehalten werden.

Do&Co-Chef Dogudan bekräftigte heute erneut sein Interesse an Unternehmenszukäufen in allen Segmenten. "Wir schauen uns auf den Märkten Unternehmen an." Komme das Richtige zum richtigen Zeitpunkt, werde man zuschlagen.

Die Do&Co-Aktie hat auf die Ergebnisveröffentlichung bis gegen Mittag mit einem Minus von 2,35 Prozent auf 45,70 Euro reagiert, nachdem die Aktie gestern im Schlusshandel noch auf ein historisches Allzeithoch von 46,8 Euro gesprungen war. (APA, 3.6.2014)

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