Atomstreit: IAEA lobt Irans Offenheit

2. Juni 2014, 19:39
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Prominentes Ja zu Atomverhandlungen aus Teheran

Lobende Worte fand der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien für Teheran. Im Streit um das iranische Atomprogramm zeige das Land eine größere Offenheit, sagte Yukiya Amano am Montag zur Beginn des IAEA-Gouverneursrates. Die vereinbarten Maßnahmen seien umgesetzt worden. Doch müsse der Iran mehr tun, um Fragen über vermutete Forschungsaktivitäten zu Atomwaffen aufzuklären.

Bis zum 20. Juli wollen die fünf Veto-Mächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) und Deutschland mit dem Iran ein Abkommen aushandeln, das den Atomstreit lösen soll. Die nächste Gesprächsrunde findet Mitte Juni in Wien statt. Die Staatengemeinschaft verdächtigt Teheran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten, was der Iran verneint.

Im Iran selbst hat das Lager der Abkommens-Befürworter eine prominente Stimme hinzugewonnen. Hassan Firuzabadi, seit Jahren Oberbefehlshaber der bewaffneten Streitkräfte und einflussreichster General der Revolutionsgarde, rief jüngst dazu auf, die Atomverhandlungen zu unterstützen. Firuzabadi genießt wie kein anderer General das Vertrauen des religiösen Führers. Die der Revolutionsgarde nahe stehenden Nachrichtenagenturen und Zeitungen forderte er auf, endlich die kritische Haltung gegenüber Präsident Hassan Rohani und seiner Entspannungspolitik aufzugeben. Damit zielte er vor allem auf die Fars News Agency ab, die die Meinung der ultrakonservativen Kreise im Iran widerspiegelt.

Hohe Bedeutung

Obwohl sich zuvor schon prominente Figuren wie Parlamentspräsident Ali Larijani und der Oberbürgermeister von Teheran, Mohammad Bagher Ghalibaf, mehr oder weniger von den ultrakonservativen Gegnern der Regierung distanziert haben, wird der Unterstützung Firuzabadis viel Bedeutung beigemessen - vor allem, wenn man bedenkt, dass Firuzabadi sich bis dato nie ohne Absprache mit dem religiösen Führer zu aktuellen politischen Themen geäußert hat.

Daher wurden die Äußerungen als direkte Unterstützung des religiösen Führers interpretiert - und als Zeichen, dass der Wille zu einem positiven Verhandlungsabschluss vorhanden ist. In Teheran herrscht nun die Ansicht vor, dass die Verhandlungen am Iran nicht scheitern können - und nun der Westen am Zug ist. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, 3.6.2014)

  • Hassan Firuzabadi, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, unterstützt die Atomgespräche.
    foto: reuters/morteza nikoubazl

    Hassan Firuzabadi, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, unterstützt die Atomgespräche.

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