Redimensionierung der Salzburger Festspiele

2. Juni 2014, 17:35
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Budget 2015 sinkt um neun Prozent, 11.000 Karten und 50 Vorstellungen weniger

Salzburg - Auf den Expansionskurs der Salzburger Festspiele unter Intendant Alexander Pereira folgt ab 2015 ein Sparkurs: Das Budget wird von 64,8 Millionen Euro auf 58,9 Millionen Euro reduziert. Es soll 50 Vorstellungen weniger geben (nur mehr 178 statt 223), die Zahl der Karten sinkt um 11.000 - von 234.000 auf 223.000. Dies wurde in der Kuratoriumssitzung am Montag beschlossen.

Dennoch klafft eine Finanzierungslücke von 2,5 Millionen Euro. Die Festspiele haben aber nichts mehr auf der hohen Kante: Um 2013 ausgeglichen bilanzieren zu können, mussten alle Reserven aufgelöst werden. Es dürften daher die Subventionen um genau diesen Betrag erhöht werden: Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) gab eine Verwendungszusage über eine Million Euro ab. Der Bund steuert laut Gesetz 40 Prozent der Subventionen bei. Nun müssen die Salzburger Gebietskörperschaften (Land, Stadt und Tourismusförderungsfonds) mit je 500.000 Euro nachziehen. Helga Rabl-Stadler, als Präsidentin des Festivals für die Finanzen zuständig, zeigt sich jedenfalls optimistisch.

Die Ouverture spirituelle, von Pereira eingeführt, wird es auch nach seinem Wechsel an die Scala geben. Der Festspielball als Saisonabschluss aber wird gestrichen und der Residenzhof nicht mehr bespielt. Zudem kehrt man von Pereiras Grundsatz ab, ausschließlich Neuproduktionen zu präsentieren: "Das Einmaligkeitsprinzip ist nicht mehr finanzierbar", so Rabl-Stadler. Die Kosten seien stärker gestiegen als die möglichen Einnahmen; Opern nur einmal zu spielen, sei "eine Verschwendung von Ressourcen". 2015 werde es daher drei Reprisen geben: die noch nicht bekannte Oper, die bei den Pfingstfestspielen zu sehen sein wird, Norma (aus 2013) und Trovatore. Die heillos überbuchte Verdi-Oper könnte Pereira also erst nach 2015 für Mailand ankaufen. Geplant sind nur drei große Neuproduktionen: Le nozze di Figaro, inszeniert vom Interimsintendanten Sven-Eric Bechtolf, Fidelio und die Uraufführung der bereits für 2012 geplanten Oper von György Kurtag. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 3.6.2014)

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