Liebe als "Weltanschauung"

2. Juni 2014, 17:24
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Vielleicht sollten sich Leute wie Franz und Merckens von der Idee verabschieden, Homosexualität sei eine "Weltanschauung"

Es gibt Momente in Diskussionen, da man aufstehen und gehen müsste. Etwa weil das Niveau derart tief wird, dass man sich auf den Bauch legen müsste, um mitzureden. Am Sonntagabend gab es in der Sendung "Im Zentrum" zum Thema "Toleranz – mehr Schein als Sein?" in ORF 2 diesen Moment, als Marcus Franz, Mandatar vom Team Stronach, zum Thema Ehe für gleichgeschlechtliche Paare meinte, man müsse bei Gesetzesänderungen aufpassen, denn als Nächstes "wollen dann Leute ihre Hunde heiraten".

Modelagenturbetreiber Mario Soldo und der grüne Bundesrat Marco Schreuder blieben sitzen. Das ist ihnen anzurechnen. Schreuder blieb sachlich, wenn er etwa auf die Geschichte und frühere Eheverbote verwies, Soldo parlierte etwas freizügiger, wenn er zum Beispiel kundtat, dass er "mit Frauen auch schlafen würde". Moderatorin Ingrid Thurnher: "Hätten wir das auch geklärt."

Das Hauptargument, das Juristin und Bischofberaterin Stephanie Merckens gegen das Ende der Diskriminierung von Schwulen und Lesben hervorbrachte, hatte nichts mit Hunden zu tun, war aber auch schwach: Das "Institut" der Ehe sei nur für jene, die "theoretisch" Nachkommen zeugen könnten. Eheverbote für Männer und Frauen, die keine Kinder kriegen wollen oder können? In Sachen Gesetzesänderung wurde Merckens im Laufe der durchaus hitzigen Diskussion schließlich ehrlich: "Natürlich ginge es, aber ich will es nicht." Ach so. Na dann.

Vielleicht sollten sich Leute wie Franz und Merckens von der Idee verabschieden, Homosexualität sei eine "Weltanschauung". Schreuder stellte treffend fest: "Von der Liebe haben Sie nicht geredet." (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 3.6.2014)

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"Im Zentrum" zum Nachsehen

  • Team-Stronach-Mandatar Franz.
    foto: apa/hochmuth

    Team-Stronach-Mandatar Franz.

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