Italien denkt an neue Bohrlizenzen

2. Juni 2014, 17:07
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Streit über die Nutzung

Rom - In Italien wird heftig über die Möglichkeit der Wiederaufnahme von Bohrungen auf der Suche nach Gas- und Ölvorkommen in der Adria gestritten. Nach der Eröffnung des Verfahrens um die Vergabe von Konzessionen für Probebohrungen in Kroatien überlegt auch die Regierung in Rom, neue Lizenzen für Ölforschungen zu erteilen, was jedoch bei Umweltaktivisten auf Widerstand stößt.

Ex-EU-Kommissionspräsident Romano Prodi behauptete kürzlich, dass die Adria ein Meer voller Öl sei, kraft dessen Italien seine Ölproduktion auf 22 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppeln könnte. Diese Ansicht teilt auch Industrieministerin Federica Guidi. "Italien verfügt über beträchtliche Ölreserven, vor allem in den wirtschaftlich benachteiligten Regionen des Südens, die jedoch zu wenig verwertet werden. Erneuerbare Energien sind wichtig, wir müssen jedoch auch verstärkt unser Gas und Öl nutzen." Die Regierung will den Regionen jetzt die Verantwortung für die Energie- und Infrastrukturpolitik entziehen. Lokal- und Regionalbehörden haben zuletzt öfter Widerstand gegen große Infrastrukturpläne der Zentralregierung geleistet.

Der Senat in Rom diskutiert einen Beschluss der Regierung von Premier Matteo Renzi, dem gemäß das Kabinett die Gebühren für die Nutzung der Ölfelder in der süditalienischen Region Basilikata um bis zu 50 Prozent erhöhen soll. Diese waren erst kürzlich auf zehn Prozent für Öl aus Onshore-Feldern und auf sieben Prozent für Offshore-Reserven erhöht worden. Laut Experten befinden sich in Italien Felder mit 700 Mio. Tonnen Rohöl, die man etwa ein halbes Jahrhundert lang nützen könnte. (APA, DER STANDARD, 3.6.2014)

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