Lopatkas Sohn beteiligte sich an Identitären-Demo

2. Juni 2014, 16:57
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ÖVP-Klubobmann spricht sich für Verbot der Identitären Bewegung aus, "wenn es rechtliche Möglichkeiten gibt"

Lukas Lopatka, Sohn des ÖVP-Klubobmanns Reinhold Lopatka, hat sich am 17. Mai am Marsch der Identitären Bewegung in Wien beteiligt. Das bestätigt Reinhold Lopatka im Gespräch mit derStandard.at. Lopatkas Sohn wurde auf der Seite der Facebook-Gruppe "Der blaue Stammtisch" als Teil des identitären Demonstrationsblocks geoutet.

Von der Teilnahme seines 20-jährigen Sohnes habe Lopatka vorab nichts gewusst. Wie ihm sein Sohn im Nachhinein erzählt habe, wollte er sich "das mit ein paar Freunden anschauen“. Zudem habe ihm sein Sohn versprochen, an solchen Demonstrationen nicht mehr teilzunehmen.

Reinhold Lopatka "entsetzt"

Reinhold Lopatka sei "entsetzt" gewesen, als er von der Teilnahme seines Sohnes erfahren hat: "Als Vater habe ich mir natürlich Sorgen gemacht. Jeder Vater und jede Mutter versteht, was es bedeutet, wenn man so ein Bild sieht.“ Die Anliegen dieser Bewegung halte er für „absolut falsch“. Lopatka weiter: "Wir brauchen das Gegenteil davon, nämlich Zusammenarbeit und Miteinander statt Ausgrenzung und Gegeneinander.“ Seit seinem Engagement in der Jugendpolitik, etwa als Sprecher der österreichischen Friedensbewegung, habe er Völkerverständigung, Toleranz und Offenheit unterstützt.

"Genau beobachten"

Gefragt, ob er wie Wiens Bürgermeister Michael Häupl der Meinung sei, dass die Identitäre Bewegung verboten gehört, sagt Lopatka: "Wenn es rechtliche Möglichkeiten gibt, ja.“ Allerdings sehe er derzeit keine Möglichkeit dafür, umso mehr gelte es, die Identitären "genau zu beobachten“.

Lopatka hat drei Söhne,  selbstkritisch räumt er ein, dass er für seinen Jüngsten, Lukas, "zu wenig Zeit gehabt hat, um in diesen Fragen in die Tiefe zu gehen“.  Lukas Lopatka war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (burg, derStandard.at, 2.6.2014)

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