Fischerboote beeinflussen das Verhalten von Seevögeln über weite Distanzen

8. Juni 2014, 17:20
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Basstölpel können sogar unterscheiden, mit welcher Art von Schiff sie es zu tun haben

Dublin/London - Es ist wenig überraschend, dass der menschliche Fischfang Seevögel anlockt. Die Abfälle, die auf Fischerbooten und Schiffen anfallen, sind eine willkommene Nahrungsquelle für viele Tiere. Eine irisch-britische Forschergruppe fand nun heraus, dass Fischerboote das Verhalten von Vögeln über viel größere Distanzen beeinflussen, als angenommen.

foto: reuters/pascal rossignol
Basstölpel folgen einem Trawler. 

Großer Einflussbereich

Die Wissenschafter um Thomas Bodey von der Universität Exeter untersuchten das Verhalten von Basstölpeln in sechs Kolonien und verglich es mit Daten zu Schiffsbewegungen im selben Gebiet. Der Einflussbereich von Schiffen auf Seevögel liegt demnach in einem Umkreis von 22 Kilometern, besagt die Studie in "Current Biology".

"Wir wussten, dass Basstölpel und andere Seevögel regelmäßig Fischerbooten folgen, das Ausmaß hat uns aber überrascht", berichtet Thomas Bodey. Basstölpel (Morus bassanus) haben eine Flügelspannweite von knapp zwei Metern. Sie verbringen fast ihr ganzes Leben auf See und brüten in großen Kolonien an Steilküsten. Beifang und Fischabfälle sind eine beliebte Nahrungsquelle für die Vögel, deren Bestand stetig wächst.

foto: reuters/pascal rossignol
Die Seevögel nehmen Fischerboote in einem Umkreis von 22 Kilometern wahr.

Unterscheidung zwischen Schiffarten

Bodey und seine Kollegen stellten auch fest, dass die Tiere genau unterscheiden können, mit welcher Art von Boot oder Schiff sie es zu tun haben und ob gerade gefischt wird oder nicht. Setzten die Schiffe etwa Schleppnetze in tieferen Gewässern ein, wechselten die Basstölpel zu ihrem typischem Verhalten bei der Nahrungssuche. Andere Boote hingegen waren attraktiver für die Vögel, wenn sie nicht fischten - vermutlich, weil der Fang an Bord verarbeitet wurde und mehr Fischabfall anfiel.

"Der Einfluss von Fischereiabfall auf Seevögel ist vielschichtig und kann je nach Tierart sowohl positiv als auch negativ sein", so Bodey. Kenntnisse über die Anziehungskraft der Schiffe seien für die Meeresraumplanung und Fischereipolitik von großer Bedeutung. (APA/red, derStandard.at, 8.6.2014)

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