Wirtschaftskammer: Maximal zehn Prozent der Waffen gemeldet

2. Juni 2014, 15:52
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Bis Ende Juni 2014 muss der Besitz von Schusswaffen der Kategorie C gemeldet werden - Strafe bei Versäumnis: 3600 Euro

Wien/Linz/Innsbruck – Recht gerne lassen sich Jäger und Schützen in Österreich nicht in ihren Waffenschrank blicken. Zumindest lässt das mäßige Interesse an der Registrierung von Waffen der Kategorien C und D – Gewehre mit gezogenem Lauf, Flinten mit glattem Lauf – diesen Schluss zu.

Die Umsetzung einer EU-Richtlinie sieht vor, dass bei Altbeständen von C-Waffen – Gewehre, die vor dem 1. Oktober 2012 gekauft oder übertragen wurden – eine Registrierung (bei einem Händler oder online) bis 30. Juni 2014 verpflichtend ist.

Rund 200.000 C-Waffen gemeldet

Seit Oktober 2012 wurden aber erst rund 200.000 Waffen der Kategorien C und D im Zentralen Waffenregister (ZWR) erfasst. Das bestätigte Dieter Funke, Obmann der zuständigen Branche in der Wirtschaftskammer Österreich, dem STANDARD.

„Da wir davon ausgehen, dass sich alle Waffenbesitzer rechtskonform verhalten, ist im Juni mit einem großen Ansturm in den Waffenfachgeschäften zu rechnen“, sagt Funke. Wie viele unregistrierte Waffen es im Privatbesitz noch gibt, darüber können nur Schätzungen angestellt werden.

Laut Karolina Holaus, Geschäftsführerin der Wirtschaftskammer Tirol, ist die Akzeptanz zur Registrierung bislang mehr als dürftig. „Meine Vermutung ist, dass die Prozentzahl an registrierten Waffen im einstelligen Bereich liegt“, sagte sie dem STANDARD.

Empfindliche Verwaltungsstrafe

Zum Start des ZWR wurden 7681 bereits automatisch registrierte Waffen der Kategorie A (verbotene Waffen wie Pumpguns) sowie 367.161 Pistolen, Revolver und Halbautomaten der Kategorie B in das neue System übernommen. Waffen der Kategorien C und D sind seit Oktober 2012 hingegen beim Erwerb binnen sechs Wochen durch den Käufer zu registrieren. Die bei Altbeständen für Ende Juni gesetzte Meldefrist verstreichen zu lassen, kann teuer werden: Erfolgt die Registrierung nicht zeitgerecht, droht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 3600 Euro.

Neben der Registrierung durch den Waffenfachhandel - das ist in mehr als 200 Fachgeschäften möglich - besteht laut Wirtschaftskammer bis zum Ende der Übergangsfrist auch die Möglichkeit einer kostenlosen Online-Selbstregistrierung durch den Waffenbesitzer über www.help.gv.at mit Bürgerkarte oder Handy-Signatur. (David Krutzler, Katharina Mittelstaedt, Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 3.6.2014)

  • Bis Ende Juni 2014 müssen Waffen der Kategorie C verpflichtend registriert werden.
    foto: apa/neubauer

    Bis Ende Juni 2014 müssen Waffen der Kategorie C verpflichtend registriert werden.

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