Silk Road hat Gewalt im Drogenhandel reduziert 

2. Juni 2014, 14:25
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Laut einer neuen Studie kauften vor allem Dealer am Online-Schwarzmarkt ein 

Der Online-Marktplatz Silk Road soll gewaltsame Konflikte im Drogenhandel reduziert haben: Zu diesem Fazit kommen zwei britische Forscher, die sich mit dem Umschlagplatz im Tor-Netzwerk beschäftigt haben.

Business to Business

Es sei relativ logisch, so Rechtsprofessorin Judith Alridge: Wo man sich nicht Angesicht zu Angesicht begegnet, ist physische Gewaltausübung unmöglich. Allerdings, und das ist die bedeutsame Erkenntnis aus Aldriges Studie, würde dieser Effekt auf der Silk Road multipliziert werden, da dort vor allem "Business to Business"-Transaktionen stattfänden.

Dealer als Käufer

Das bedeutet, dass ein "signifikanter“ Anteil der Silk-Road-Käufer selbst Dealer waren, und die auf dem Online-Schwarzmarkt erworbene Ware wiederum selbst weiterverkauften. Man wisse aus Kriminalstatistiken, dass bei Transaktionen zwischen Dealern erhöhtes Gewaltpotenzial herrsche, so Aldrige, daher könnte die Silk Road hier tatsächlich effektiv für Entlastung sorgen.

Große Verkaufsmengen

Die Theorie der Rechtsprofessorin, die gemeinsam mit dem Kriminologen David Decary-Hetu eine qualitative Untersuchung der Silk Road durchführte, basiert auf der Verkaufsmenge der Waren: Bei einem Fünftel der Transaktionen lag die Menge signifikant über dem Durchschnitt.

Ziel des Silk Road-Gründers

Tatsächlich soll die Verhinderung von Gewalt auch ein erklärtes Ziel des mutmaßlichen Silk Road-Gründers Ross Ulbricht gewesen sein, so Wired. Ulbricht war im Herbst allerdings verhaftet worden, unter anderem wird ihm der versuchte Mord an sechs Personen vorgeworfen. Die angeblichen Auftragsmörder könnten, so Aldrige, allerdings Konkurrenten oder Spinner seien – sie ist skeptisch, ob Ulbricht das Mordkomplott wirklich durchführen wollte.

Wenig harte Drogen

Weiters beobachteten Aldridge und Decary-Hetu, dass auf der Silk Road entgegen weitverbreiteten Gerüchten primär sogenannte weiche Drogen wie Cannabis verkauft wurden. Eine mögliche Begründung sei, so die Wissenschafter, dass Heroin- oder Kokainkonsumenten oftmals das Prozedere einer Silk-Road-Transkation samt postalischem Versand nicht abwarten könnten.  (fsc, derStandard.at, 2.6.2014)

  • Der mutmaßliche Silk Road-Gründer Ross Ulbricht steht momentan vor Gericht
    foto: reuters/rosenberger

    Der mutmaßliche Silk Road-Gründer Ross Ulbricht steht momentan vor Gericht

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