ARA-Konkurrent beantragt Lizenz

2. Juni 2014, 13:35
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Reclay UFH strebt mittelfristig Marktanteil von 25 Prozent an

Wien - Anfang 2015 fällt das Monopol für die Sammlung und Verwertung von Verpackungsmaterial im Haushaltsbereich. Die bisherige Monopolistin ARA muss mit mindestens fünf Konkurrenten rechnen, es geht um Lizenzeinnahmen von zuletzt knapp 136 Mio. Euro. Am Freitag hat die erste Rivalin, die bereits am Gewerbeverpackungsmarkt aktive Reclay UFH, einen Lizenzantrag beim Umweltministerium gestellt.

Mittelfristig strebt Reclay im Haushaltsbereich einen Marktanteil von 25 Prozent an, sagte Geschäftsführer Christian Keri am Montag zur APA. Er geht davon aus, dass das Ministerium die Genehmigungen bis spätestens Ende November erteilt hat, sodass die neuen Konkurrenten der ARA (Altstoff Recycling Austria) mit Jahresbeginn 2015 starten können. Derzeit warten die Anbieter noch auf Verordnungen zum bereits novellierten Abfallwirtschaftsgesetz (AWG), die Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) erlassen muss. Die Verpackungsverordnung zum Beispiel wurde schon im Jänner bei der EU notifiziert. Ausständig ist weiters eine Abgeltungsverordnung, die regelt, dass auch die Kommunen für Verpackungen im Restmüll Geld erhalten, rund 20 Mio. Euro haben sie gefordert.

Die Bürger sollen von der Liberalisierung nichts mitbekommen. Weder gibt es künftig mehr oder weniger Mülltonnen, noch sehen diese anders aus. Auch abgeholt werden sie vorerst von den gleichen Unternehmungen, in Wien ist dafür zum Beispiel weiterhin die Stadt zuständig. "Wer derzeit einen Vertrag hat, darf weitersammeln", so Keri. Erst ab 2018 - so ist es im Gesetz festgelegt -, hat eine Neuausschreibung zu erfolgen. "Die Sammlung wird dann nicht mehr allein von der ARA organisiert." Unternehmen, die Waren in Verpackungen in Verkehr setzen, müssen Sammelsystemen wie der ARA oder eben Reclay Geld zahlen, die dann die Sammlung organisieren. Reclay UFH gehört zur deutschen Reclay-Gruppe. Zwei weitere Entsorgungssysteme, die auf den österreichischen Haushaltsmarkt drängen, stammen ebenfalls aus Deutschland, und zwar Interseroh und Landbell. Weitere Interessenten sind die heimischen Anbieter Gut und Bonus. (APA, 2.6.2014)

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