Älteste befestigte steirische Siedlung entdeckt

2. Juni 2014, 12:06
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Erstbesiedlung des Fuchskogels in Fladnitz an der Raab auf 2.200 Jahre v. u. Z. datiert

Feldbach/Fladnitz an der Raab - Die älteste bekannte befestigte Siedlung der Steiermark haben Archäologen in Fladnitz an der Raab (Bezirk Südoststeiermark) entdeckt. Die Besiedlung am sogenannten Fuchskogel an der Ostseite des Raabtales wird von Susanne Tiefengraber vom Institut für südostalpine Bronze- und Eisenzeitforschung (ISBE) auf rund 2.200 Jahre vor unserer Zeitrechnung und damit in die frühe Bronzezeit datiert.

Bisher hat man am Plateau auf der Ostseite des Fuchskogels auf rund 350 Meter Seehöhe eine Wehranlage aus der frühen Neuzeit vermutet. Erste C14-Datierungen von Holzkohlestücken, die aus dem deutlich sichtbaren Wallgraben stammten, wiesen bereits im Vorjahr auf eine Entstehungszeit rund 2.000 bis 2.100 Jahre v. u. Z. hin. Bei der jüngst abgeschlossenen und vom "Verein für das Kirchberger Ländchen" finanzierten Grabung zeigte sich jedoch, dass dieser Wall erst in einer zweiten Besiedelungsphase errichtet worden war.

Massive Fundamente

Die ältesten Funde sind, wie die Keramikstücke belegen, der Frühphase der frühbronzezeitlichen Kisapostag-Kultur zuzuordnen und mit rund 2.200 Jahre v. u. Z. zu datieren. Das Besiedlungsareal am Plateau umfasse heute rund 300 Quadratmeter, sei aber ursprünglich größer gewesen, so Tiefengraber. Ein großer Teil sei durch einen Sandsteinabbau verloren gegangen.

"Wir nehmen an, dass an die zehn Familien den Hügel besiedelt haben und sowohl Wohngebäude als auch Unterstände für Tiere errichtet haben", so die Archäologin. Die Befunde der ersten entdeckten Gebäude zeigen massive Fundamente aus rund abgeschliffenen Flusssteinen, die wohl von der Raab auf den Kogel gebracht wurden. "Die Wände waren aus Holz errichtet, das zur Isolierung mit einer Schicht aus Lehm ummantelt war", so Tiefengraber.

Weitere Funde stammen aus der spätkeltischen Latenezeit (2. und 1. Jh. v. u. Z.). Damals sei der Wall an der Innenseite der Siedlung mit einer rampenartig ansteigenden Anschüttung verstärkt worden. Zur Datierung dienten charakteristische Keramikfragmente aus Graphitton mit metallisch glänzender Oberfläche und Reste sogenannter Grubenhäuser. (APA/red, derStandard.at, 2.6.2014)

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