Kolumbien ist Fußballweltmeister der Schafe

Ansichtssache2. Juni 2014, 17:50
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Im Rahmen eines Poncho-Festivals haben kolumbianische Bauern die Paarhufer in Dressen gesteckt. Um sie zu ehren, wie der örtliche Bürgermeister sagt

Die menschliche Kreativität schlägt bisweilen seltsame Richtungen ein. Besonders offensichtlich wird das, wenn sie Tieren Kleider überstreifen. Anders als der Stadtpudel ein Regenmäntelchen, mussten sich am Wochenende nahe der Stadt Nobsa in Zentralkolumbien Schafe Fußballdressen anziehen lassen.

Um den ersten Antritt ihrer Nationalelf seit 16 Jahren bei der kommenden Fußballweltmeisterschaft in Brasilien zu feiern, steckten kolumbianische Bauern die Tiere im Rahmen des Ruana-Festivals in die Trikots. Ruanas, traditionelle Ponchos, die seit Jahrhunderten in der 2500 Meter hoch gelegenen Region aus Schafswolle handgewebt werden, "sind ein globales Symbol. Also haben es die Schafe natürlich verdient, geehrt zu werden", sagte Ramiro Barragan, der Bürgermeister von Nobsa, einem Reporter von Associated Press.

Es gibt nur einen Rudi Völler

Die Bauern bereiteten sich und ihre Schafe zwei Wochen lang auf das Match vor. Die Trikots wurden eigens für diesen Zweck hergestellt und die Schafe trainiert. Sie taten während des Spiels trotzdem die meiste Zeit, was Schafe eben tun, und folgten lieber dem Herdenführer anstatt das aus Schaumstoff gefertigte Runde ins Eckige zu befördern.

Zwar wurde vor 500 Zusehern nur eine Begegnung ausgetragen; in der weltweit ersten Fußballpartie zwischen Schafen krönte sich Kolumbien mit einem 4:3-Sieg gegen Brasilien zum Weltmeister. Daneben wurden aber auch einzelne Schafmodels in den Trikots Spaniens, Mexikos und Deutschlands vorgeführt. Den Paarhufern im deutschen Auswärtsjersey wurde das krause Kopfhaar gelb eingesprüht. Leiser Rassismusverdacht. Oder eine in der Umsetzung etwas glücklose Verneigung vor Rudi Völler. Es gibt nur einen Rudi Völler. (mcmt, derStandard.at, 2.6.2014)

foto: reuters/jose miguel gomez
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