Schutz und Hilfe im Wurzelwald

2. Juni 2014, 10:20
posten

Auf der Suche nach einem sicheren Platz wird nicht gleich geholfen

Bereits zu Beginn der Geschichte wird unmissverständlich klargemacht, dass sich hier zwar alles um Tiere dreht, der Mensch aber gemeint ist. "Die Bewohner des Waldes haben viel Ähnlichkeit mit uns, als ob sich alles Menschliche, das Gute und auch das Böse, in ihnen widerspiegelt", wird festgehalten. Es regnet im Wurzelwald. Auf der Suche nach einem Unterschlupf findet eine Ameise ein leerstehendes Haus. Bald schon gesellen sich andere Tiere dazu. Alles scheint gut, bis die Hausbesitzerin, eine Kröte, nach Hause kommt und alle rauswirft. Wenig später wird ihr Haus vom Regen ruiniert sein, sie selbst einen Unterschlupf brauchen. Die anderen Tiere verweigern ihre Hilfe - natürlich nur vorerst. Brigitte Paul und Wasyl Bagdaschwili erzählen diese Fabel schnörkellos und in einem ganz klassischen Stil. Fast könnte man von "altmodisch" sprechen. In diesem Fall ist das aber sehr stimmig, wird doch in "Das Abenteuer im Wurzelwald" eine alte Geschichte des deutschen Schriftstellers Johannes Trojan (1837-1915) nacherzählt. Gerichtet ist das Buch an Kinder ab dem dritten Lebensjahr. Da es sehr textlastig ist, werden sich ältere wohl leichter tun. Dass man immer auch an seine eigenen Fehler und Schwächen denken sollte, wenn oft viel zu schnell über andere geurteilt wird, ist eine Botschaft, die nicht verjährt. (Peter Mayr, DER STANDARD, 2.6.2014)

Brigitte Paul, Wasyl Bagdaschwili

"Das Abenteuer im Wurzelwald"

32 Seiten, € 14,40

Coppenrath-Verlag 2014

Share if you care.