Italien verbannt Souvenirstände von seinen Monumenten

2. Juni 2014, 09:41
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Kulturminister will für mehr Ordnung rund um italienische Denkmäler sorgen

Italien verbannt Souvenirstände von seinen Monumenten. Die Regierung in Rom hat auf Druck von Kulturminister Dario Franceschini ein Dekret erlassen, mit dem man für mehr Ordnung rund um die Denkmäler und Wahrzeichen sorgen will.

Laut dem Dekret können Bürgermeister Souvenirständen, Straßenhändlern und Kiosken, die unweit von Denkmälern und Monumenten ihre Waren anbieten, die Lizenz entziehen. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Polemik wegen des regen Handels rund um Monumente wie das Kolosseum in Rom, die Uffizien in Florenz und die Markusbasilika in Venedig gekommen.

Keine Gladiatoren vor dem Kolosseum

Vor Monaten startete die Stadt Rom bereits eine Kampagne für mehr Ordnung rund um das Kolosseum. Die Stadt verbot Auftritte von als Gladiatoren verkleideten Männern, die sich mit Touristen gegen Geld fotografieren ließen. Auch die Souvenirstände sollten rund um Roms Wahrzeichen verbannt werden - was allerdings nicht ganz gelungen ist.

"Im Umfeld der Altstadt von Rom, wo der Zustrom von Touristen, Besuchern und Bürgern besonders groß ist, gibt es Vorkommnisse, die im Widerspruch zu den elementarsten Anstandsregeln stehen", hieß es in einer Verlautbarung von Bürgermeister Ignazio Marino.

"Kultur ist unser Öl"

Das Dekret des Kulturministers soll in das Maßnahmenpaket zur Förderung der Kultur eingebaut werden, das noch vom italienischen Parlament verabschiedet werden muss. Eingeführt wird ein sogenannter "Art Bonus", der Steuerguthaben in Höhe von 65 Prozent für Mäzene vorsieht, die mit Schenkungen die Renovierung und Verwertung von Denkmälern fördern. Die Steueranreize für Produktionsgesellschaften, die in Italien Filme produzieren, werden erhöht.

Die Förderung der Kultur ist ein Hauptpunkt im Regierungsprogramm von Premier Matteo Renzi. "Kultur ist unser Öl", pflegt der Regierungschef zu sagen. Sein Ziel ist, stärker Privatinvestoren für den Kulturbereich anzulocken. (APA, red, 02.06.2014)

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