Servus statt Tschüss: Bildungsministerin schickt Broschüre an Schulen 

31. Mai 2014, 14:01
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Heinisch-Hosek will "einen aufmerksamen Umgang mit der deutschen Sprache in Österreich fördern"

Österreichische Eigenheiten und Ausdrucksweisen der Sprache würden in den Hintergrund geraten, schreibt Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in einer neuen Broschüre ihres Ressorts. Damit will Sie Deutschlehrer unterstützen, Kindern den Stellenwert des österreichischen Deutsch zu vermitteln. Das Heft soll ab Montag an Schulen verteilt werden, berichtet die "Kronen Zeitung" am Samstag.

Die Ministerin verweist im Vorwort zu der 64-seitigen Broschüre darauf, das sich die deutsche Sprache in Österreich in den vergangenen Jahren gewandelt habe - ein Eindruck, der sich erhärte, wenn man Kinder und Jugendlichen zuhöre oder ihre schriftlichen Arbeiten lese. Heinisch-Hosek verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass das, was in Filmen, Fernsehsendungen oder im Internet zu hören ist, oft in Deutschland produziert bzw. synchronisiert werde. "Eine Folge ist, dass spezifisch österreichische Eigenheiten und Ausdrucksweisen unserer Sprache langsam aber sicher in den Hintergrund geraten", so die Ministerin.

Aufmerksamer Umgang gefordert

Ihr sei klar, dass sprachliche Entwicklung nicht aufzuhalten sei und sich jede lebende Sprache verändere. Dennoch sei es eine wichtige Aufgabe, "einen aufmerksamen Umgang mit der deutschen Sprache in Österreich zu fördern", so Heinisch-Hosek.

Dafür gibt es in der Broschüre, die auch zum Download bereitsteht, nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch praktisches Arbeitsmaterial. Etwa ein Memory-Spiel, mit Begriffen in "österreichischem", "deutschländischem" und "Schweizer Deutsch".

In der Broschüre finden sich auch erste Ergebnisse eines Forschungsprojekts über "Österreichisches Deutsch" am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. In einer Befragung von Deutschlehrern sieht dabei die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) Deutsch "als eine Sprache mit Unterschieden in der Standardsprache zwischen den Ländern", nur jeder Zehnte meint, Deutsch sei "eine einheitliche Sprache mit einer einzigen standardsprachlichen Form, die in allen deutschsprachigen Ländern gilt". (APA, 31.5.2014)

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