Umstrittene Sicherheitszone: Norwegen lässt Greenpeace-Schiff abschleppen

31. Mai 2014, 13:01
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Umweltschützer hatten gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert - Laut Greenpeace ungesetzliches Eingreifen, "um die Ölbranche zu schützen"

Die Küstenwache hat das Schiff nach Angaben der Umweltorganisation am Samstag in der Früh wieder verlassen. An Bord der "Esperanza" befinde sich auch ein 33-jähriger Innsbrucker. Medienberichten zufolge sollte die "Esperanza" ursprünglich in den Hafen von Tromsö im Nordwesten Norwegens geschleppt werden, was zwei Tage gedauert hätte.

Sicherheitszone ...

Greenpeace will verhindern, dass der norwegische Statoil-Konzern im Norden der Barentssee Öl fördert. Die Bohrstelle liegt nach Einschätzung der Umweltschützer zu nah an der Bäreninsel, wo seltene Vögel und zeitweise auch Eisbären leben.

Anfang der Woche waren bereits 15 Greenpeace-Aktivisten auf die Statoil-Plattform geklettert. Am Donnerstag holte die Polizei die letzten sieben Aktivisten wieder herunter. Am Freitag richtete die norwegische Regierung zudem eine "Sicherheitszone" rund um die Bohrstelle ein, die nur von Schiffen befahren werden darf, die mit den Ölbohrungen zu tun haben. Ein Statoil-Sprecher sagte, die Bohrungen sollten nun so bald wie möglich beginnen.

... zu kurzfristig eingerichtet

Das Eingreifen der Küstenwache außerhalb der territorialen Gewässer des Landes in einer sogenannten Sicherheitszone war nach Ansicht der Umweltorganisation rechtswidrig. Die Zone sei nämlich kurzfristig eingerichtet worden und nicht nach einer mindestens 30 Tage zuvor erfolgten Ankündigung, wie es norwegische und internationale Gesetze vorsehen. Das erklärte Greenpeace in einer Aussendung.

"Das rechtswidrige Eingreifen der norwegischen Küstenwache zeigt, wie weit Staaten gehen, um die Ölbranche zu schützen", erklärte Lukas Meus, Greenpeace-Sprecher in Österreich. Eine Petition der Organisation zum Schutz der Antarktis sei weltweit bereits von mehr als fünf Millionen Menschen unterschrieben worden.  (APA, 31.5.2014)

  • Die "Esperanza" auf einem undatierten Archivbild vor Spitzbergen.
    foto: reuters/greenpeace handout

    Die "Esperanza" auf einem undatierten Archivbild vor Spitzbergen.

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