Mehrere Tote bei Kämpfen in der Ostukraine

31. Mai 2014, 14:44
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Zwei OSZE-Teams in der Gewalt prorussischer Separatisten - Russland zieht Truppen an der Grenze teilweise ab - Treffen zwischen Obama und Poroschenko am Mittwoch

Kiew - Bei neuen schweren Gefechten zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und prorussischen Separatisten sind mindestens zwei Menschen getötet und acht verletzt worden. Im Zentrum der Zusammenstöße stand erneut die Stadt Slawjansk im Osten der Ukraine.

Hier seien beim nächtlichen Vorrücken von Regierungseinheiten zwei Zivilisten erschossen und vier verletzt worden, sagte ein Sprecher der prorussischen Aktivisten am Samstag. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.

Drei Soldaten verletzt

Bei einem Schusswechsel nahe des ukrainisch-russischen Grenzpostens Djakowo wurden zudem drei Soldaten verletzt. Etwa 80 unbekannte Angreifer hätten den Posten mit Granatwerfern attackiert, sagte ein Armeesprecher. Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert und seien von einem Kampfjet des Typs Suchoi Su-27 unterstützt worden. Die Angreifer hätten sich später zurückgezogen.

Der von Moskau unterstützte Chef der Republik Tschetschenien hat unterdessen bestritten, dass seine Regierung Kämpfer zur Unterstützung der prorussischen Separatisten in die Ostukraine geschickt hat. Er schließe aber nicht aus, dass einige aus eigenem Entschluss dorthin gegangen seien, sagte Ramsan Kadyrow in einem Interview des russischen Fernsehens, das am Samstag ausgestrahlt werden soll. US-Außenminister John Kerry hatte sich am Vortag besorgt über Berichte geäußert, dass tschetschenische Kämpfer an der Seite der Separatisten kämpften.

OSZE-Teams weiter vermisst

Die beiden in der Ukraine vermissten Teams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind nach Angaben der OSZE weiter in der Hand ihrer Entführer. Der stellvertretende Leiter des Beobachtereinsatzes, Alexander Hug, sagte am Samstag im Deutschlandfunk, Berichte über eine Freilassung könne er nicht bestätigen. Es gebe weder direkt noch indirekt Kontakt zu den Vermissten.

Russland führt jedoch nach eigenen Angaben Gespräche mit den militanten Separatisten in der Ostukraine. "Die Freilassung zieht sich hin", sagte Russlands OSZE-Botschafter Andrej Kelin am Samstag der Agentur Itar-Tass. Dauer und Ergebnis der Verhandlungen seien völlig offen.

Die russische Tageszeitung "Kommersant" berichtete, dass der OSZE-Ukraine-Beauftragte Wolfgang Ischinger seinen Posten verlassen werde. Das Mandat des deutschen Diplomaten sei am Tag der ukrainischen Präsidentenwahl am 25. Mai abgelaufen, wurde Roland Bless von der OSZE zitiert. Ischinger hatte nach seiner Ernennung im Mai dreimal den Runden Tisch zur nationalen Einheit moderiert.

Offene Gasrechnungen zum Teil bezahlt

Im Streit zwischen Russland und der Ukraine über offene Gasrechnungen zeichnete sich unterdessen eine Annäherung ab. Die ukrainische Regierung hat mittlerweile eine Überweisung an den russischen Konzern Gazprom veranlasst.

Russland hat außerdem NATO-Angaben zufolge etwa zwei Drittel seiner Soldaten von der ukrainischen Grenze abgezogen. Dies seien erste Schritte, hieß es in Washington am Freitag. Ein vollständiger Rückzug sei aber notwendig.

US-Präsident Barack Obama trifft am Mittwoch in Warschau mit dem neu gewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zusammen. Das gab das Weiße Haus gestern in Washington bekannt. Obama wird in der polnischen Hauptstadt an den Feiern zum 25. Jahrestag der ersten halbdemokratischen Wahlen im Ostblock teilnehmen.

Zu dem Treffen werden 20 Staatsoberhäupter erwartet, darunter Francois Hollande (Frankreich), Joachim Gauck (Deutschland) und auch Bundespräsident Heinz Fischer. US-Präsident Obama wird in Warschau eine Rede halten.

Proteste am Maidan

In Kiew haben Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan unterdessen mehrere Stapel Autoreifen in Brand gesetzt. Sie protestierten damit gegen einen Appell des Ex-Boxchampions und künftigen Bürgermeisters Vitali Klitschko, der für eine Räumung des Protestlagers plädiert hatte.

"Klitschko hat uns nichts zu sagen, er ist - wie die gesamte frühere Opposition - nur dank uns an der Macht", sagte ein Demonstrant. Die regierungskritischen Aktivisten wollen ihr Protestlager im Herzen der Hauptstadt Kiew nur unter Bedingungen auflösen. "Der Maidan geht nicht auseinander, solange unsere Forderungen nicht erfüllt sind", betonten verschiedene Protestgruppen auf dem Unabhängigkeitsplatz in einem Manifest. Die Demonstranten halten den Platz seit Monaten mit Zelten und Barrikaden besetzt. (APA, 31.5.2014)

  • Ein von prorussischen Aktivisten besetztes Verwaltungsgebäude in Donezk.
    foto: epa/jakub kaminski

    Ein von prorussischen Aktivisten besetztes Verwaltungsgebäude in Donezk.

  • Brennende Autoreifen im Zentrum Kiews.
    foto: reuters/valentyn ogirenko

    Brennende Autoreifen im Zentrum Kiews.

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