Parkraum in Wien: Wenn der Sheriff irrt

Kolumne30. Mai 2014, 18:03
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Es drängt sich die Frage auf, ob die Wiener Parkraum-Bewirtschaftung nicht zu profitorientiert ist

Kompliment an unsere Parkraumbewirtschaftung: Eigentlich bin ich ja recht schwer zu belehren, aber die Botschaft, permanent für das Abstellen des Autos blechen zu müssen, kommt inzwischen auch bei mir durch. Es ist eines der großen Mysterien unserer Zeit, aber ja, die Parkraumorgane sind jederzeit allgegenwärtig, lauernd, allzeit bereit, das Fahrzeug mit einem Erlagschein zu schmücken. Wie eine Spezialeinheit: taucht auf, wenn keiner es vermutet.

Falsch gedacht

Nur, was tun, wenn ein Parksheriff irrt? Meines Wissens kann man im 13. Bezirk - Kurzparkzonen ausgenommen - frei parken. Falsch gedacht: zwei Tage das Auto legal abgestellt, trotzdem zwei Strafen. Was tun? Vom Rechtsmittel des Einspruches Gebrauch machen. Allerdings, von Antwort keine Spur. Die Bezirksverwaltung schien tot. Aber ich ließ nicht locker, und so verirrte sich irgendwann doch ein Schreiben zu mir. Mit, kaum zu glauben, einer Entschuldigung.

Drängt sich die Frage auf, ob die Parkraumbewirtschaftung nicht gar zu profitorientiert ausgelegt sei. Die Institution als solche zu hinterfragen ist wohl naiv, sie ist Bestandteil der grassierenden legitimierten Wegelagerei.

Immer mehr Parkwächter

Was einem indes echt sauer aufstößt: Als Bürger Wiens leistet man eh so schon allerhand Abgaben, um das Rad am Laufen zu halten - und das System. Dass die stetig mehr werdenden Parkwächter immer mehr Steuergeld kosten, ist eine Milchmädchenrechnung. Aber diesen Gedanken sollte man vermutlich gleich wieder verwerfen. (stal, DER STANDARD, 30.5.2014)

  • Ein klassischer Wiener Parkraum. In diesem Fall ein benutzter.
    foto: der standard/newald

    Ein klassischer Wiener Parkraum. In diesem Fall ein benutzter.

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