Tirol entlastet Traiskirchen mit hundert Asylplätzen

30. Mai 2014, 12:49
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Einrichtung in Niederösterreich doppelt so stark belegt wie vorgesehen

Wien/Traiskirchen/Fieberbrunn - Dem Innenministerium ist ein erster Entlastungsschritt für das stark belegte Asyl-Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen gelungen. Wie die APA aus dem Innenressort erfuhr, werden in Tirol hundert zusätzliche Plätze geschaffen.

Konkret funktioniert das so, dass ein bereits vorhandenes Quartier in der Gemeinde Fieberbrunn (Bez. Kitzbühel) von einer Landesunterbringung in eine Bundesbetreuungsanstalt umgewandelt wird. In dieser kommen schrittweise hundert derzeit in Traiskirchen untergebrachte Asylwerber unter. Dafür werden die jetzt in Fieberbrunn lebenden Flüchtlinge auf neue Quartiere in Tirol verteilt.

Von hochaktiver Arbeit ausgegangen

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigt sich überzeugt, dass auch andere Bundesländer hochaktiv daran arbeiten, Unterbringungen vor allem für syrische Flüchtlinge zu organisieren. Nötig sei dies jedenfalls, denn durch den weiter tobenden Bürgerkrieg steigt der Strom der Asylwerber weiter an. Für Mai werden derzeit rund 1.750 Asylanträge erwartet. Das ist eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem April.

In Traiskirchen waren zuletzt zum Ärger der lokalen Politik bereits über 1.000 Flüchtlinge untergebracht. Eine von der früheren Innenministerin Maria Fekter mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (beide ÖVP) getroffene Regelung sieht eigentlich vor, dass in der Erstaufnahmestelle maximal 480 Personen untergebracht sein dürften. Traiskirchens neuer Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) forderte vergangene Woche angesichts der Überfüllung ein neues Aufnahmezentrum.

Mikl-Leitner zeigt Verständnis für die Sorgen der örtlichen Politiker und weist darauf hin, dass es in der Erstaufnahmestelle keine Problem gäbe, würden die Länder ihre Quoten erfüllen. An Sanktionen denkt die Ministerin dennoch nicht. Diese schafften keinen einzigen Betreuungsplatz. (APA/red, derStandard.at, 30.5.2014)

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