Apple will "Berliner Mauer" zwischen Silicon Valley und LA abreißen

30. Mai 2014, 12:11
38 Postings

Beats soll auch nach der Übernahme durch Apple noch für Android verfügbar sein, hält bei 250.000 Nutzern 

Nach der offiziellen Bestätigung der Übernahme von Beats äußerten sich Apple- und Beats-Führungskräfte am Donnerstag erstmals öffentlich über den Deal. Apple-Chef Tim Cook sagte gegenüber dem Wall Street Journal, dass eine "Berliner Mauer“ zwischen LA und Silicon Valley stünde: "Die zwei Orte respektieren sich nicht, sie verstehen einander nicht.“ Diese Trennung möchte Apple jetzt überwinden.

Musikguru Iovine jetzt bei Apple

Dafür soll auch Musikindustrie-Guru Jimmy Iovine sorgen, der Beats mitgegründet hat: Er wird laut re:code ab sofort auch bei Apple tätig sein, vermutlich im Vorstand oder Aufsichtsrat. Iovine bestätigt auf der code/conference, Cooks Ansicht zu teilen: "Auf der einen Seite haben wir das übermäßig selbstbewusste Silicon Valley, auf der anderen das verzweifelte Hollywood“.

Beats: "Partnerschaft mit HTC war Katastrophe"

Apple habe bewiesen, so Iovine, dass Musik ihnen am Herzen liege – daher sei der Deal auch zustande gekommen. Ganz im Gegenteil dazu stand die Partnerschaft mit HTC, das 2011 die Hälfte der Beats-Anteile erworben hatte. Iovine: "Das war ein Zusammenprall der Kulturen, der überhaupt nicht funktioniert hat.“

250.000 Kunden

Während es beim HTC-Deal ausschließlich um Beats-Kopfhörer ging, spielt bei der Übernahme durch Apple auch Beats Streamingservice, der vor drei Monaten gestartet ist, eine wichtige Rolle. So soll Apple rund 2.5 Milliarden Dollar für Beats Electronic, also die Kopfhörer, und 500 Millionen Dollar für den Streamingdienst zahlen.

Über dessn Erfolg war bisher wenig bekannt, Iovine hat sich auch dazu erstmalig geäußert: Beats halte momentan bei 250.000 zahlenden Kunden, so der Mitgründer, fünf Millionen hätten den Service kostenlos ausprobiert. Ein beachtlicher Erfolg, allerdings dürfte die Aufholjagd auf Spotifys vierzig Millionen Kunden, ein Viertel davon zahlend, noch dauern.

Apple: "Fernsehen ist scheiße"

Inwiefern die Lücke zwischen Hollywood und Cupertino auch in anderen Bereichen als Musikstreaming überbrückt werden soll, ist noch unklar. Apples Content-Leiter Eddy Cue gab auf der code/conference jedenfalls zu Protokoll, dass "Fernsehen scheiße ist“  und das "Fernseherlebnis vor einiger Zeit stecken geblieben ist“ und sich nicht weiterentwickelt habe. Wie und ob Apple das ändern will, verriet Cue nicht.

WWDC steht bevor

Ankündigungen dazu sind wohl auch nicht auf Apples WWDC-Konferenz zu erwarten, analysiert TheVerge: Zwar wird Tim Cook wohl kurz auf Beats eingehen müssen,  der Fokus wird aber auf OS X, iOS und Apps liegen. (fsc, derStandard.at, 30.5.2014)

  • Apple-Chef Tim Cook spricht von einer "Berliner Mauer" zwischen Silicon Valley und LA
    foto: reuters

    Apple-Chef Tim Cook spricht von einer "Berliner Mauer" zwischen Silicon Valley und LA

Share if you care.