Haiti will angebliches "Santa Maria"-Wrack untersuchen

30. Mai 2014, 11:59
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UNESCO unterstützt Initiative zur Überprüfung des mehrfach angezweifelten Funds

Port-au-Prince - Haiti will mit Hilfe der UNESCO der angeblichen Wiederentdeckung von Christoph Kolumbus' Flaggschiff "Santa María" vor der Küste des Landes nachgehen. Die Regierung in Port-au-Prince bekomme dafür Unterstützung von der UN-Kulturbehörde, teilte Premierminister Laurent Lamothe via Twitter mit.

Zuvor hatte sich Lamothe mit dem US-Forscher Barry Clifford in Haitis Hauptstadt getroffen. Der US-Meeresarchäologe hatte Mitte Mai verkündet, er habe das Wrack der "Santa María" vor Haitis Nordküste geortet (wir berichteten). Er will mit Hilfe von Kolumbus' eigenen Tagebuch-Aufzeichnungen die Überreste gefunden haben.

Spanische Wissenschafter zweifeln die Echtheit des Fundes an. Es gibt historische Aufzeichnungen, denenzufolge das Wrack der im Dezember 1492 auf Grund gelaufenen "Santa Maria" weitgehend ausgeschlachtet und das Holz zum Bau einer Siedlung verwendet wurde. Zudem seien in der Region so viele Schiffe gesunken, dass es nicht seht wahrscheinlich sei, ausgerechnet die Überreste der "Santa Maria" gefunden zu haben. (APA/red, derStandard.at, 30. 5. 2014)

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