Vanek vollendet wieder nicht

30. Mai 2014, 05:53
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0:1-Niederlage für Montreal im Madison Square Garden - Grandioser Save von Goalie Lundqvist gegen Vanek

New York - Diese Szene wird Thomas Vanek vermutlich noch lange verfolgen. In der 36. Minute des sechsten Duells zwischen den New York Rangers und den Montreal Canadiens im ausverkauften Madison Square Garden war dem Steirer beim Stand von 0:0 der Führungstreffer für die Kanadier eigentlich schon sicher gewesen. Doch Rangers-Goalie Henrik Lundqvist ließ instinktiv seinen Stock fallen, um noch an den abgefälschten Puck zu kommen und wehrte mit der rechten Hand ab. Dabei schlug der Schwede beinahe ein Rad. Die Kommentatoren rotierten jedenfalls. Binnen weniger Stunden wurde Lundqvists Glanztat zu einem YouTube-Hit, in den Kommentaren war von der "sensationellsten Abwehr der gesamten Playoffs" zu lesen.

Sie markierte den Anfang vom Ende aller Finalträume der Canadiens und also auch von Vanek. Die entscheidende vierte Niederlage für Montreal fixierte nur wenig später Dominic Moore mit seinem Treffer für die Gastgeber (39.), die vor allem in der Defensive schwer überzeugten.

Der Hexer

Goalie Lundqvist wehrte 18 Schüsse ab, darunter eben den einzigen Versuch, den Vanek innert der ihm zugemessenen Eiszeit von nur 12:13 Minuten hatte. Die finale Vorstellung des 30-Jährigen war quasi symptomatisch für die gesamte Serie, in der er ohne Torerfolg geblieben war und auch immer weniger eingesetzt wurde. In den zwei Runden davor gegen Tampa Bay Lightninig und Boston Bruins hatte Vanek noch fünf Treffer erzielt.

Es lag also auch an ihm, dass die kanadischen Fans zumindest noch eine 22. Saison auf den ersten Titel warten müssen. Den bisher letzten besorgte Montreal 1993 mit 4:1-Siegen gegen Wayne Gretzkys Los Angeles Kings.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte der von den Schweden bei der WM schwer vermisste Stargoalie Lundqvist, der mit den Rangers in der Finalserie um den Stanley Cup nun auf die LA Kings oder Titelverteidiger Chicago Blackhawks triff. "Was uns ins Finale gebracht hat, ist der Umstand, dass das ganze Team in entscheidenden Momenten zulegen konnte, speziell in den Play-offs. Das macht es noch spezieller."

Nicht genug Hass

Für Montreals Stürmer Daniel Briere waren die ersten beiden Spiele die Schlüssel zum Misserfolg gewesen. "Zum Start der Serie in der eigenen Halle zweimal geschlagen zu werden, war unser großer Fehler. Wahrscheinlich sind wir nicht mit genug Hass rausgegangen."

Bieres Coach Michel Therrien konnte der Niederlage aber auch Positives abgewinnen. "Wenn ich mir den ganzen Saisonverlauf anschaue, haben wir heuer große Fortschritte gemacht. Ich bin stolz auf dieses Team", sagte der 50-Jährige, der die Canadiens seit dem Vorjahr trainiert.

Frei am Markt

Ob Vanek auch in der kommenden Saison für Montreal spielen wird, ist weiter ungewiss. Der Österreicher ist jedenfalls ab 1. Juli unverändert ein "Free Agent", also vertragsmäßig ungebunden. Er kann zu jenem Klub wechseln, der ihm die besten Konditionen bietet. Diese Möglichkeit hatte er schon mit seinem Wechsel von den Buffalo Sabres zu Montreal genutzt. Die erste Teilnahme an der Finalserie um den Stanley Cup blieb ihm allerdings verwehrt. Zumindest in der Finalserie der Western Conference hat der dreifache Familienvater nicht großartig für sich geworben. (APA, red, DER STANDARD, 31.5/1.6.2014)

Ergebnis NHL-Play-off vom Donnerstag - Eastern Conference: Finale ("best of seven"), 6. Spiel: Montreal Canadiens - New York Rangers 0:1 - Endstand: 2:4. Rangers im Stanley-Cup-Finale gegen Los Angeles Kings oder Chicago Blackhawks (Stand i.d. Serie: 3:2, nächstes Spiel am Freitag)

  • Eine Großchance für Vanek (li), doch Rangers-Goalie Lundqvist rettete mit einem unglaublichen Reflex.
    foto: reuters/ adam hunger-usa today sports

    Eine Großchance für Vanek (li), doch Rangers-Goalie Lundqvist rettete mit einem unglaublichen Reflex.

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