EZB warnt vor neuen Risiken an Märkten

29. Mai 2014, 18:11
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Sorgen der Investoren vor einer globalen Finanzkrise haben weiter nachgelassen

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt vor neuen Gefahren an Aktien- und Anleihemärkten. Die Jagd vieler Investoren nach Rendite berge das Risiko, dass es zu einem "scharfen und ungeordneten Abbau der jüngsten Kapitalflüsse" komme, schreiben die Währungshüter in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zur Finanzstabilität im Euroraum.

Seit Monaten sorgt das billige Zentralbankgeld für einen Boom an den Börsen. Der deutsche Leitindex Dax zum Beispiel kratzt an der Rekordmarke von 10.000 Punkten. In solchen Fällen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Investoren ab einem bestimmten Zeitpunkt Kasse machen wollen und ihr Geld abziehen. Sorgen bereiten den Währungshütern auch die anhaltend schwache Gewinnlage der Banken und die nach wie vor hohen Staatsschulden.

Insgesamt jedoch hat sich nach EZB-Einschätzung die Lage an den Finanzmärkten im vergangenen halben Jahr weiter entspannt. Die extremen Verwerfungen aus dem Jahr 2012 seien überwunden: "Die Sorgen der Investoren vor einer globalen Finanzkrise haben weiter nachgelassen." Banken und Staaten hätten Risiken abgebaut.

Bereinigung beschleunigt

Mit den im Herbst 2013 begonnenen Vorbereitungen des Bilanzchecks durch die EZB hätten die Finanzinstitute im Euroraum die Bereinigung und Stärkung ihrer Bilanzen beschleunigt. Auch die Schuldenstaaten hätten dank Defizitabbau und Strukturreformen Risiken abgebaut, allerdings seien die Fortschritte nicht in allen Ländern gleich. Insgesamt dürften die Staatsdefizite 2014 aber auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Euroraum sinken, erklärte die EZB. Der Schuldenberg werde zwar nochmals auf 96 Prozent der Wirtschaftsleistung wachsen, 2015 aber erstmals seit sieben Jahren wieder schrumpfen.

Die Notenbank betont aber auch: Die Staaten dürfen trotz der aktuellen Ruhe an den Bondmärkten nicht in ihrem Bemühen um solide Haushalte nachlassen. Jeder Hinweis auf Reformmüdigkeit auf nationaler Ebene könne zu neuen Verwerfungen an den Märkten für Staatsanleihen führen. (APA, 29.5.2014)

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