Kompromiss sichert Medizin-Praktikum

29. Mai 2014, 17:26
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Med-Uni Wien und Spitalsträger schlossen Vertrag für Klinisch Praktisches Jahr

Wien - Für die Studenten an der Med-Uni Wien, die ab 4. August ihr Klinisch Praktisches Jahr (KPJ) absolvieren müssen, wird es nun doch ein breiteres Angebot an Plätzen geben. Med-Uni Wien und die großen Krankenhausträger wie etwa Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), Kärntner Kabeg, Wiener Gebietskrankenkasse (betreibt das Hanusch-Krankenhaus) oder die Träger der konfessionellen Krankenanstalten (wie Barmherzige Brüder und Vinzenz-Gruppe) haben sich am Mittwoch doch noch auf einen Vertrag fürs KPJ geeinigt.

Dieser Kontrakt wurde vorerst einmal auf ein Jahr geschlossen, die Spitalsträger haben, entgegen ihrem ursprünglichen Ansinnen, auf ein Entgelt für ihre Leistungen verzichtet.

Zusatzvereinbarung unterzeichnet 

Aber: Unterzeichnet wurde auch eine Zusatzvereinbarung, gemäß der man "unverzüglich" in Verhandlungen fürs nächste Studienjahr eintreten werde. Bis Ende 2014 soll fixiert werden, welche Leistungen die Spitäler, die die Studenten in ihrem sechsten Studienjahr betreuen, genau erbringen müssen und welche finanzielle Abgeltung sie dafür bekommen sollen.

Diesem Kompromiss war, wie berichtet, ein Disput zwischen Med-Uni Wien und den großen Krankenhausträgern, die mit dem KAV gemeinsam verhandelt haben, vorangegangen. Die Trägergesellschaften der Spitäler sehen in ihrem Einsatz für die Studierenden eine geldwerte Leistung und bestehen auf Bezahlung durch die Uni; sie sprachen zuletzt von 10.000 Euro je Studierenden.

Studenten: "eine Bereicherung"

Die Med-Uni Wien lehnt das, wie berichtet, ab. Sie argumentiert, dass der Einsatz der Studenten "eine Bereicherung" für die Krankenhäuser sei. Bis Mittwoch gab es denn erst 211 Praktikumsplätze in Wiener Spitälern, zwei Drittel der betroffenen rund 660 Studierenden hätten in die Bundesländer ausweichen müssen.

Die Umstellung des Medizin-Studium-Curriculums, das im letzten Studienjahr eine 48-wöchige praktische Ausbildung in den Krankenhäusern vorsieht, hatte der Senat der Med-Uni Wien im Juni 2013 beschlossen. (Renate Graber, DER STANDARD, 30.5.2014)

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