Annäherung zwischen Japan und Nordkorea

29. Mai 2014, 15:16
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Abe: Pjöngjang will Entführungen von Japanern in den 70er und 80er-Jahren untersuchen

Tokio - In das gespannte Verhältnis zwischen Japan und Nordkorea kommt nach Jahren Bewegung. Pjöngjang habe zugesagt, die Fälle von Entführungen von Japanern durch nordkoreanische Agenten in den 70er und 80er-Jahren neu zu untersuchen, gab der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Donnerstag überraschend bekannt.

Tags zuvor hatten beide Regierungsseiten Gespräche in Stockholm beendet. Abe sprach von einem "ersten Schritt" zu einer umfassenden Lösung. Sobald Nordkorea die Ermittlung zu den Entführungsfällen aufnehme, werde Japan gegen Nordkorea verhängte Sanktionen lockern, sagte ein Regierungssprecher in Tokio.

Jahrelang Entführungen abgestritten

Für Tokio ist die Frage der Entführungen eines der größten Hindernisse für eine Normalisierung der Beziehungen. Die Verschleppten sollten Spionen Pjöngjangs beibringen, Japanisch zu sprechen, und ihnen helfen, sich wie Japaner zu verhalten.

Jahrelang stritt das stalinistische Regime in Pjöngjang ab, etwas mit dem Verschwinden der Japaner zu tun zu haben. Erst im September 2002 gab der nordkoreanische Führer Kim Jong Ill bei einem überraschenden Besuch des japanischen Regierungschefs Junichiro Koizumi erstmals die Entführungen von Japanern zu.

Tokio fordert volle Aufklärung

Pjöngjang gestand, 13 Personen verschleppt zu haben. Fünf von ihnen konnten nach Japan heimkehren. Nordkorea behauptete, die acht anderen Japaner seien gestorben und es habe keine weiteren Entführten gegeben. Damit war für Nordkorea die Angelegenheit beendet.

Tokio geht jedoch von 17 entführten Landsleuten aus und fordert eine volle Aufklärung. Um Druck auszuüben, wurden Sanktionen gegen das stalinistische Regime in Pjöngjang verhängt.

Nun zeigt sich Nordkorea offenbar zur Kooperation bereit. Man habe zugestimmt, eine Sonderkommission zur Untersuchung der Entführungen zu bilden, meldete die nordkoreanische Staatsagentur KCNA am Donnerstag laut japanischen Medien. Sollten Überlebende gefunden werden, werde man über das Vorgehen beraten und Maßnahmen ergreifen, sie nach Japan zurückzuschicken, wurde KCNA zitiert. Man sei bereit, die Entführungsfälle umfassend mit dem Ziel einer endgültigen Beilegung der Angelegenheit zu untersuchen. (APA, 29.5.2014)

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