Prominente Patienten bangen um WM

29. Mai 2014, 21:34
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Die aktuellen Sorgenkinder der diversen WM-Teilnehmer

Der wartende Rettungswagen stand bereits mit Blaulicht vor dem Krankenhaus in Montevideo, als Luis Suarez in seinem Rollstuhl durch die dichte Menschenmenge geschoben wurde. Die graue Farbe seines Kapuzenpullovers passte zur Stimmung um Uruguays großen WM-Hoffnungsträger nach dessen Knieverletzung. Neben Suarez laboriert knapp zwei Wochen vor Beginn der Fußball-WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) fast eine komplette Weltauswahl an Verletzungen.

Immerhin dürfen sich die Fans des zweimaligen Weltmeisters Uruguay trotz der dramatischen Krankenhausbilder Hoffnungen auf eine Teilnahme des 27-jährigen Suarez an der WM machen. Der Stürmer sei "in guter Verfassung und sehr optimistisch", sagte  Mannschaftsarzt Alberto Pan vor wenigen Tagen. Doch nicht nur in Uruguay wird um die Teilnahme eines Stars gezittert, in fast allen großen Teams gibt es Sorgenkinder.

Bei Titelverteidiger Spanien muss Trainer Vicente del Bosque auf Bayern Münchens Thiago (Innenbandriss) und Barcelonas Keeper Victor Valdes (Kreuzbandriss) verzichten, ein Rest Hoffnung besteht zumindest bei Torjäger Diego Costa. Beim Atlético-Stürmer, gebürtiger Brasilianer, zwickt der Oberschenkel, Costa war im Champions-League-Finale trotz Behandlung mit Pferde-Plazenta nach nur neun Minuten ausgewechselt worden. Die Aussichten hält Del Bosque ebenso wie bei ManCity-Spieler Jesus Navas für gut.

Auch Stürmer Radamel Falcao von Frankreichs Vizemeister AS Monaco, an dem die WM-Hoffnungen Kolumbiens hängen, arbeitet nach seinem Kreuzbandriss fieberhaft am Comeback. "El Tigre" hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder hoffnungsvoll gezeigt. In Chile hoffen die Fans zusammen mit Teamchef Jorge Sampaoli auf die Genesung des Juventus-Spielers Arturo Vidal (Meniskusprobleme).

In Frankreich sorgt man sich um den Münchner Franck Ribéry, der seit Wochen über Rückenprobleme klagt und auch beim Länderspielsieg gegen Norwegen (4:0) von Teamchef Didier Deschamps am Dienstag geschont wurde.

Während Englands Teammanager Roy Hodgson definitiv auf Arsenals Theo Walcott (Kreuzbandriss) verzichten muss, sieht es bei dessen Teamkollege Jack Wilshere nach langer Verletzungspause und dem Comeback im Saisonfinale deutlich besser aus.

Kleinere Probleme hat auch Cristiano Ronaldo, der im Testspiel gegen Griechenland wohl noch geschont wird. Der Portugiese wird seine Oberschenkelprobleme aber ziemlich sicher übstehen.

In den Niederlanden muss Bondscoach Louis van Gaal nicht nur seinen Regisseur Kevin Strootman (AS Rom/Kreuzband- und Meniskusriss) ersetzen, auch Routinier Rafael van der Vaart (Hamburger SV) fällt mit einer Wadenverletzung definitiv aus. Das bestätigte der HSV am Mittwoch.

Die Italiener hoffen unterdessen auf die WM-Teilnahme von Giuseppe Rossi (AC Florenz). Der Stürmer hatte sich im Januar verletzt und erst kürzlich sein Comeback gefeiert.

Im Lager der deutschen Nationalmannschaft läuft Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls ein wenig die Zeit davon. Das Quartett Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira ist nicht hundertprozentig fit bzw. angeschlagen. Auch Dortmunds Marcel Schmelzer (Knieverletzung) trat zuletzt kürzer, Leverkusens Lars Bender ist nach einer Oberschenkelverletzung aus Südtirol abgereist und fällt für die WM aus.

Wer Hoffnung hatte, DFB-Teamtorhüter Neuer könne demnächst in die Vorbereitung einsteigen, wurde enttäuscht. Teammanager Oliver Bierhoff hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass der Bayern-Schlussmann wegen der Kapselverletzung in der Schulter in Südtirol wohl nicht mehr auf den Trainingsplatz zurückkehren wird. (sid, 29.5.2014)

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