Bombenangriffe auf Islamistenmilizen in Bengasi

28. Mai 2014, 18:18
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Kampfflugzeuge im Einsatz

Tripolis - Der Kampf abtrünniger Soldaten gegen islamistische Milizen in Libyen eskaliert. Nach Angaben lokaler Medien griffen Kampfflugzeuge am Mittwoch Stützpunkte extremistischer Gruppierungen in der östlichen Stadt Benghazi (Bengasi) an. Der Luftschlag soll Stützpunkten der Ansar al-Sharia sowie der Brigade "17. Februar" im östlichen Benghazi gegolten haben. Über Todesopfer wurde zunächst nichts bekannt.

Erst am Dienstag hat Washington wegen der schlechten Sicherheitslage alle US-Bürger aufgefordert, Libyen sofort zu verlassen. Hinter der Attacken steckt laut Medienberichten der abtrünnige libysche Generalmajor Khalifa Haftar. Vor knapp zwei Wochen startete er in dem nordafrikanischen Land eine eigenmächtigen Militäroffensive gegen radikal-islamische Brigaden. Schon damals griffen seine Soldaten Milizen in Benghazi an. Eine mit ihm verbündete Brigade stürmte zudem das Parlament in Tripolis. Allein an dem Wochenende kamen bei den Gefechten mindestens 75 Menschen ums Leben. Haftar hat auch Angehörige der libyschen Luftwaffe hinter sich. Laut der Zeitung "Al-Wasat" ist der aktuelle Angriff ein Teil seiner "Operation Würde".

Student ermordet

Angehörige der islamistischen Ansar-al-Sharia-Miliz hatten am Morgen das Direktorat der Sicherheitskräfte in Benghazi umstellt. Dem Nachrichtenportal "Al-Wasat" zufolge waren zuvor drei Angehörige der Miliz an einer Straßensperre festgenommen worden, nachdem man zahlreiche Waffen und Munition in ihrem Auto gefunden hatte.

Laut einem Bericht der Zeitung "Libya Herald" wurde am Dienstag in einer Moschee in der östlichen Stadt Derna der Kopf eines vermissten Studenten entdeckt. Der junge Mann hatte sich den Angaben zufolge kurz vor seinem Verschwinden mit Angehörigen einer Miliz namens Islamische Armee angelegt.

Seit dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 sorgen bewaffnete Gruppen und Milizen immer wieder für Unruhen. Die Regierung in Tripolis hat es nicht geschafft, die ehemaligen Revolutionsbrigaden zu entwaffnen und einen funktionsfähigen Sicherheitsapparat aufzubauen. Haftar hat unter Gaddafi dem libyschen Militär angehört, ging dann aber in die Opposition und später ins US-Exil, wo er 20 Jahre lebte.   (APA, 28.5.2014)

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