ORF-Betriebsratsobmann: Sparkurs im Hörfunk sorgt für "Alarmstimmung"

28. Mai 2014, 16:48
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Vorgehensweise würde laut Moser "nur auf Kosten des Programms" gehen - Amon dementiert Einsparungen in Radiodirektion als "unrichtig" - "Keine weiteren Verringerungen" im Budget

Wien - Mögliche Sparmaßnahmen im ORF-Hörfunk sorgen für "Alarmstimmung" unter den Mitarbeitern. Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser sprach gegenüber der APA von einem "fortgesetzten und nicht nachvollziehbaren Sparkurs auf Kosten der Belegschaft". Zwar stehe der öffentlich-rechtliche Sender finanziell gut da, dennoch sollen Personal und Personalkosten weiter reduziert werden, wie Moser erklärte.

Das könne aus seiner Sicht "nur auf Kosten des Programms, also unseres gesetzlichen Auftrags, gehen". Für Moser widerspreche dieses Vorgehen "jeder Logik und ist auch nicht erklärbar, weder den Mitarbeitern noch dem Publikum gegenüber". ORF-Radiodirektor Karl Amon dementierte zuvor gegenüber den "Salzburger Nachrichten" weitere Einsparungen. Auf APA-Nachfrage verwies er auf den durch die Generaldirektion vorgegebenen Sparkurs, den alle einhalten müssten. "Das haben wir auch im Funkhausbereich gemacht. Und jetzt kann ich auf ein ordentliches Budget verweisen. Mit weiteren Verringerungen ist nicht zu rechnen." Dies sei ihm auch zugesichert geworden.

Amon kalmiert

Moser, der auch Radiobetriebsrat ist, betonte wiederum, dass bei der Radioinformation "im Laufe der letzten Jahre mehr als zehn Dienstposten gestrichen worden" sind. Von Amon ins Treffen geführte, neu hinzugekommene Personen möge dieser laut Moser "der Belegschaft beizeiten einmal vorstellen". Hier spreche man wohl über "zwei paar Schuhe", versuchte Radiodirektor Amon zu kalmieren. Wenn man nur nach "Köpfen" geht, habe die Radioinformation sogar dazu gewonnen. "Sie ist mir ein besonderes Anliegen und wir sind diesbezüglich bei den Sparvorgaben gut weggekommen." Insofern sei es "unrichtig", dass dieser Bereich besonders betroffen sei.

Harsche Kritik übte der Betriebsrat indes auch daran, dass die Radioinformation es mit Arbeitsverhältnissen und Arbeitsrecht "alles andere als genau nimmt". Sollte es hier zu keiner Lösung innerhalb des Unternehmens kommen, werde man "die entsprechenden juristischen Schritte einleiten". Auch diesbezüglich wies Amon die Vorwürfe Mosers zurück: "Wir halten das Arbeitsrecht auf Punkt und Beistrich ein."

Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte

Die derzeitige Heimstätte von Ö1, das ORF-Funkhaus in der Argentinierstraße, wird Mitte Juni auch im Mittelpunkt eines "Fests für den Rundfunk" stehen. Hintergrund ist die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg. Zahlreiche Kulturverbände haben sich dazu kritisch geäußert und vor wenigen Wochen die Veranstaltung, die voraussichtlich am nahegelegenen Karlsplatz stattfinden soll, angekündigt. Geplant ist ein Picknick mit mehreren künstlerischen Stationen, um für das Funkhaus zu protestieren. (APA, 28.5.2014)

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