Snowden: Habe "auf allen Ebenen" als Spion gearbeitet

28. Mai 2014, 16:47
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Kerry fordert Ex-Geheimdienstmitarbeiter zu Rückkehr in USA auf

Washington - Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat sich in seinem ersten Interview im US-Fernsehen gegen Kritiker zur Wehr gesetzt, die seine Rolle beim US-Geheimdienst NSA infrage stellen. Er sei "als Spion" ausgebildet worden und habe als Geheimagent im Ausland gearbeitet, sagte Snowden in den am Dienstagabend vom Sender NBC ausstrahlten Gesprächsauszügen.

"Wenn die Leute also sagen, dass ich nur ein unwichtiger Systemadministrator bin und nicht weiß, wovon ich spreche, ist das ein bisschen irreführend", sagte Snowden in dem Interview, das am Mittwochabend (Ortszeit, Donnerstag ab 03.00 Uhr MESZ) in voller Länge im Fernsehen gezeigt werden sollte. Er habe als "technischer Experte" für die US-Geheimdienste CIA und NSA sowie als Ausbilder beim Militärgeheimdienst DIA gearbeitet.

Deckname

Snowden sagte weiter, er habe zwar einen Decknamen gehabt, aber nicht "mit Menschen" gearbeitet und beispielsweise "keine Agenten rekrutiert". Seine Aufgabe sei es gewesen, "für die Vereinigten Staaten Systeme zum Laufen zu bringen". Das habe er "auf allen Ebenen" gemacht - "von ganz unten" bei Einsätzen vor Ort "bis ganz nach oben".

Die US-Regierung zeigte sich unbeeindruckt von Snowdens Äußerungen und erneuerte ihre Vorwürfe gegen den Ex-Geheimdienstmitarbeiter. "Dieser Mann hat sein Land verraten", sagte Außenminister John Kerry dem Sender CBS News. "Er sollte seinen Mann stehen und in die USA zurückkehren", fügte er hinzu. Snowden habe seinem Heimatland schweren Schaden zugefügt.

Snowden lebt nach seinen Enthüllungen über die weltweiten Spähaktivitäten der NSA seit knapp einem Jahr in Russland, sein dortiger Asylstatus läuft aber Ende Juli aus. Snowdens deutscher Anwalt Wolfgang Kaleck deutete vor einigen Tagen an, dass sein Mandant unter bestimmten Bedingungen bereit sei, in sein Heimatland zurückzukehren. Es gebe Verhandlungen mit dem Ziel, zumindest mittelfristig eine Lösung zu finden, die für Snowden "erträglich" sei, sagte Kaleck dem Magazin "Der Spiegel".  (APA, 28.5.2014)

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